Schauspiel-Debüt
Sport-Star Boll spielt in Hollywood-Film mit
24.02.2026 – 17:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Timo Boll ist der bekannteste deutsche Tischtennis-Spieler. Timothée Chalamet der kommende Superstar des Kinos. Beide zusammen sind jetzt in einem Hollywood-Film zu sehen.
Deutschlands Tischtennis-Ikone Timo Boll ist acht Monate nach seinem Karriereende unter die Schauspieler gegangen. Der 44-Jährige hat eine Rolle im Hollywood-Film „Marty Supreme“ übernommen. Der Film, inspiriert von der Geschichte des Tischtennis-Spielers Marty Reisman, ist für neun Oscars nominiert und feiert seine Deutschland-Premiere in Düsseldorf.
Die Dreharbeiten in New York stellten Boll vor unerwartete Herausforderungen. Er spielte gegen den Hollywood-Schauspieler Timothée Chalamet an einem Tischtennis-Tisch und musste dabei fünf Ballwechsel perfekt nach Drehbuchvorgaben wiederholen. „Am nächsten Tag hatte ich einen höllischen Muskelkater“, sagte Boll der Deutschen Presse-Agentur.
Wie kam es zu Bolls Kino-Debüt? Regisseur Josh Safdie suchte Darsteller für die Tischtennis-Szenen, die das Spiel realitätsnah nachstellen können. Safdie, selbst Tischtennis-Fan und Boll-Anhänger, wollte Boll für die Rolle und verzichtete auf ein Casting. Der Deutsche flog im Herbst 2024 nach New York, um die Szenen zu drehen. Im Film verkörpert er Vladimir Sebek, einen Tischtennis-Spieler aus der Tschechoslowakei, und musste dafür den Stil der 1950er Jahre erlernen.
Boll, der viermal die Weltrangliste anführte und zweimal Silber bei Olympia gewann, beschreibt Chalamet als sehr fokussiert und zieht Parallelen zwischen der Arbeit eines Schauspielers und eines Sportlers. „Wenn er zum Set geht und am Set sich aufhält – dann sieht er rechts und links nichts. Dann ist er extrem fokussiert“, erzählte Boll. „Das ist ähnlich wie bei uns Sportlern.“
Obwohl Boll nach dem Dreh eine Einladung der Schauspielergewerkschaft erhielt, plant er keine weitere Filmkarriere. „Ich glaube eher, dass das mein letztes Filmprojekt war. Schauspieler möchte ich nicht werden“, sagte er. Dennoch fiebert er der Oscar-Verleihung am 15. März entgegen, auch wenn er nicht in Los Angeles sein wird. Sollte der Film erfolgreich sein, könnte Boll sich damit ein Leben lang schmücken, ähnlich wie Ralf Moeller mit seiner Rolle in „Gladiator“.










