Berliner Musiker

Tim Bendzko warnt vor Rückwärtsdenken und Angstkultur

21.01.2026 – 05:23 UhrLesedauer: 1 Min.

Tim Bendzko während seines Auftritts auf der 30. José Carreras Gala (Archivbild): Der Sänger und Songwriter ist in Ost-Berlin geboren. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Der Berliner Musiker Tim Bendzko spricht über Nostalgie und gesellschaftliche Ängste. Warum er glaubt, dass unser Gehirn uns dabei einen Streich spielt.

Popmusiker Tim Bendzko hält die weit verbreitete Sehnsucht nach der Vergangenheit für eine Selbsttäuschung. „Ich habe das Gefühl, dass uns unser Hirn einen Streich spielt, sich nur die Rosinen rauspickt und wir alles, was nicht so gut war, einfach wegdrückt“, sagte der 40-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. „Die Vergangenheit verspricht Sicherheit und ein besseres Leben. Aber es ist, glaube ich, ein Trugschluss.“

Der Berliner Musiker, der inzwischen in Brandenburg lebt, sieht in diesem nostalgischen Denken auch eine gesellschaftliche Gefahr. Meist würden alte Muster dazu führen, die gleichen Fehler immer wieder zu machen – sowohl im Persönlichen als auch gesellschaftlich. „Gefühlt wird alles immer freier und offener und dann kommen plötzlich wieder die Stimmen, die uns erklären, dass wir doch bitte alle davor eigentlich Angst haben sollten.“

Bendzko hofft auf eine gesellschaftliche Kehrtwende. „Ich glaube, dass gerade das, was uns unterscheidet, verbindet“, sagte er. „Wir sollten uns nicht einreden lassen, Angst voreinander haben zu müssen und vor dem, was wir nicht kennen und das anders ist.“

Vor 15 Jahren wurde der Sänger durch seinen Hit „Nur noch kurz die Welt retten“ bekannt. Es folgten Popsongs wie „Wenn Worte meine Sprache wären“ oder „Keine Maschine“. Am Freitag veröffentlicht Bendzko sein sechstes Album „Alles, nur nicht zurück“, auf dem er über den Mut zur Veränderung und private Neuanfänge singt.

Share.
Exit mobile version