„Aachen ist eine Reiterstadt“
Darum laufen immer noch Pferde im Aachener Rosenmontagszug mit
Aktualisiert am 13.02.2026 – 18:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Jahren ruft die Tierschutzorganisation PETA dazu auf, keine Pferde mehr an Rosenmontagszügen einzusetzen. In Aachen laufen die Tiere auch dieses Jahr wieder mit.
Es ist jedes Jahr aufs Neue der Höhepunkt der Session: der Rosenmontagszug in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Aachen. Am 16. Februar findet er wieder statt – mit Pferden. Doch seit Jahren wird diskutiert, ob es angemessen ist, die Tiere beim Zug mitlaufen zu lassen.
Besonders die Tierschutzorganisation PETA fordert, dass Pferde bei Rosenmontagszügen nicht mehr eingesetzt werden. Dichte Menschenmassen, enormer Lärm und fliegende Kamelle würden die Vierbeiner erheblichem Stress aussetzen – es gebe zudem immer wieder auch Meldungen über Gewalt an Pferden. Eine von PETA in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage habe zudem ergeben, dass 70 Prozent der Befragten ein Verbot von Pferden von Karnevalsumzügen befürworten würden.
„Wir erwarten von der Politik und den Karnevalsgesellschaften ein Umdenken. Niemand kann mehr abstreiten, dass die meisten Menschen den jährlichen Pferdemissbrauch ablehnen“, sagte Peter Höffken, Fachreferent bei PETA, in einer Pressemitteilung.
Beim Rosenmontagszug in Bonn werden schon seit 2022 keine Pferde mehr eingesetzt. In Köln und Düsseldorf kommen die Tiere dagegen auch 2026 wieder zum Einsatz – so auch in Aachen. Frank Prömpeler, Präsident vom Festausschuss Aachener Karneval (AAK), sagte auf Anfrage der Aachener Lokalredaktion von t-online, dass beim diesjährigen Karnevalsumzug zehn Pferde vorneweg laufen würden. Diese würden von den Aachener Stadtreitern, die sich vor ein paar Jahren aus einer aufgelösten Polizeireiterstaffel gebildet hätten, beritten werden.
„Aachen ist eine Reiterstadt“, führte Prömpeler als Begründung für den Einsatz der Pferde an. Schließlich sei auch das Weltfest des Pferdesports, das CHIO, in Aachen beheimatet.
Die Kritik von PETA kann man ihm zufolge nicht auf Aachen beziehen. „Die Pferde laufen nicht in der Mitte, sondern an der Spitze des Zuges mit“, erklärte er. „Da ist keine laute Musikanlage, es gibt viel weniger Stress für die Tiere“. Zudem seien es die privaten Pferde der Reiter – „das ist schon ein Unterschied“, so Prömpeler. „Bei anderen Umzügen wissen die Pferde nicht, wer draufsitzt. Hier achten die Reiter mehr auf ihr Pferd, weil es ihr eigenes ist“.
Zudem gehe die An- und Abfahrt der Pferde schnell vonstatten. „Der Stall der Pferde ist gerade einmal 15 Minuten von Aachen entfernt“, sagte Prömpeler. In anderen Städten hätten die Vierbeiner oft Anfahrtswege von einer Stunde. „Die Pferde kommen hier an, werden verladen und direkt an die Spitze des Zuges gebracht“, erklärte er. Sobald der Zug vorbei ist, würden die Pferde wieder weggebracht werden, so der AAK-Präsident.
Auch das Veterinäramt sei vor Ort. „Die gucken sich das ganz genau an“, sagte er. „Wir müssen schon im Vorfeld einreichen, welche Pferde mitgehen und welche Reiter dabei sind“. Bei Fehlverhalten werde durchgegriffen. „Wer die Tiere nicht gut behandelt, geht im nächsten Jahr nicht mehr mit“, so Prömpeler.










