Bei 33 Grad ausgesetzt
Kaninchen-Babys entkommen dem Hitzetod nur knapp
29.06.2026 – 16:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Unbekannte setzen in München acht kleine Hasen aus – und das bei über 30 Grad. Fast hätten sie ihr Schicksal nicht überlebt, doch jetzt gibt es umso mehr Grund zur Freude.
Es ist ein Schicksal, das die Mitarbeiter des Münchner Tierheims fassungslos macht: Acht Kaninchen-Babys, die erst wenige Wochen alt sind, wurden vergangenen Donnerstag in einem Karton gefunden. Ausgesetzt wurden sie an einer Tankstelle in der Riemer Straße – ohne ihre Mutter, ohne Wasser und vor allem ohne Schutz vor der prallen Sonne. Eine Passantin entdeckte die Häschen und rettete ihr Leben.
Wie das Münchner Tierheim weiter mitteilt, seien die Kaninchen aufgrund der Hitze in einem kritischen Zustand gewesen. Tierpflegerin Melina Kink sagt: „Eine halbe Stunde später hätten vermutlich mindestens vier von ihnen nicht überlebt.“ Der Grund: Hasen in dem Alter würden ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend kontrollieren können.
Aussetzen von Tieren ist eine Straftat
Eine Aktion, die laut Tierheim vermeidbar gewesen wäre. Pressesprecherin Kristina Berchtold sagt: „Wir verstehen, dass Menschen manchmal in schwierige Lebenssituationen geraten und nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Tier.“ Jedoch sei Aussetzen keine Option. „Wer sich nicht mehr um sein Tier kümmern kann, sollte sich frühzeitig an ein Tierheim oder eine andere Tierschutzorganisation wenden. Gemeinsam findet sich immer eine Lösung.“

Das Aussetzen von Tieren sei nicht nur moralisch verwerflich, sondern nach Paragraf 3 Nr. 3 Tierschutzgesetz auch verboten. Trotzdem würden jedes Jahr zahlreiche Haustiere in Wäldern, Parks, auf Parkplätzen oder – wie in diesem Fall – an einer Tankstelle ausgesetzt. Der Tierschutzverein weist darauf hin, dass dies insbesondere bei hochsommerlichen Temperaturen für die Tiere oft einen langsamen und qualvollen Tod bedeutet.
Happyend für Kaninchen-Babys
Für die kleinen Hasenbabys hat die Geschichte trotzdem ein gutes Ende genommen: In der Kleintierabteilung des Münchner Tierheims wurden sie der Kaninchendame Belle anvertraut, die selbst erst kürzlich selbst Nachwuchs bekommen hat. Belle hat die acht fremden Jungtiere ohne Zögern angenommen und versorgt somit nun insgesamt elf Babys.
Der Tierschutzverein München appelliert nun an die Münchner: Wer abgestellte Kartons oder Transportboxen in der Stadt entdeckt, sollte nicht einfach daran vorbeigehen, sondern nachsehen und im Zweifel Hilfe holen. Außerdem bittet der Verein um Hinweise zur Herkunft der acht dunkelbraunen Kaninchenbabys. Wer gesehen hat, wie die Tiere in der Riemer Straße ausgesetzt wurden oder wem sie bekannt vorkommen, soll sich beim Tierheim melden.










