Betriebsrat in  Grünheide

IG Metall verliert Tesla-Wahl – und droht

05.03.2026 – 17:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Tesla Gigafactory in Grünheide (Archivbild): Das Ergebnis der Betriebsratswahl bei US-Autobauer Tesla sorgt für Diskussion. (Quelle: IMAGO/Jochen Eckel/imago)

Bei der Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide hat die IG Metall erneut die Mehrheit verfehlt. Nun wirft die Gewerkschaft dem Management Wahlbeeinflussung vor.

Die IG Metall hat die Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide verloren und prüft nach eigenen Angaben einen Strafantrag wegen Behinderung der Gewerkschaft.

Die nicht gewerkschaftlich organisierte Liste „Giga United“ gewann laut Tesla 16 von 37 Sitzen. Die IG-Metall-Liste „Tesla Workers GFBB“ kam mit 13 Sitzen auf Platz zwei. Insgesamt gingen 24 Sitze an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen. Rund 10.700 Beschäftigte waren wahlberechtigt; die Beteiligung lag laut Tesla bei knapp 90 Prozent.

IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto erklärte, das Management habe die Wahl wiederholt in seinem Sinne zu beeinflussen versucht. Er kritisierte zudem eine Videobotschaft von Tesla-Chef Elon Musk vor der Wahl, in der Musk vor einem Ausbaustopp des Werks gewarnt hatte, sollten externe Organisationen Tesla in die falsche Richtung drängen. Otto forderte eine Reaktion der Landesregierung.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium betonte den Stellenwert betrieblicher Mitbestimmung. Auf die konkreten Vorwürfe der Gewerkschaft ging ein Ministeriumssprecher nicht ein.

Werksleiter André Thierig schrieb auf X, der IG-Metall-Anteil sei von fast 40 Prozent im Jahr 2024 auf 31 Prozent im Jahr 2026 gesunken. Dies sei ein Signal des Giga-Berlin-Teams hin zu unabhängiger Mitbestimmung.

Der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall reicht mehrere Jahre zurück. Bei der Betriebsratswahl 2024 stellte die IG Metall die größte Gruppe; die Sitzmehrheit ging jedoch an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter. Die Gewerkschaft wirbt für einen Tarifvertrag, den Werksleiter Thierig ablehnt. Er wirbt stattdessen für mehr Flexibilität.

Zuletzt hatte der Streit eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Tesla warf einem IG-Metall-Vertreter vor, bei einer Betriebsratssitzung heimlich mitgeschnitten zu haben; die IG Metall weist den Vorwurf zurück. Ermittlungen laufen. In einem separaten Streit um Äußerungen einigten sich beide Seiten vor dem Arbeitsgericht auf einen Vergleich.

Das Betriebsverfassungsgesetz stellt die Beeinflussung oder Behinderung einer Betriebsratswahl unter Strafe. Musks Pläne für einen massiven Werksausbau in Grünheide lagen zum Zeitpunkt der Wahl marktbedingt auf Eis.

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