Absturz auf der Hebebühne
Bestseller fällt beim TÜV gnadenlos durch
11.02.2026 – 16:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Jedes fünfte Auto scheitert am TÜV. Viele Halter verspielen die Plakette durch eine billige Kleinigkeit. Ein weltweiter Verkaufsschlager jedoch enttarnt sich als absoluter Mängelmagnet.
Mehr als jedes fünfte Auto (21,5 Prozent) verlässt die Prüfhallen des TÜV zunächst ohne Plakette. Das Problem sitzt jedoch meistens nicht unter der Haube, sondern am Lenkrad. Viele Autofahrer sparen ihre Fahrzeuge buchstäblich kaputt.
Es ist ein Klassiker der Ignoranz: das Abblendlicht. Wer mit einer kaputten Birne zur Hauptuntersuchung fährt, riskiert es, durchzufallen. Ein Rundgang um das Auto vor dem Termin würde genügen. Doch Millionen Deutsche fahren lieber blind oder blendend zur Prüfung. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Und auch die Plakette.
Unter dem Blech wird es besonders kritisch. Marode Bremsleitungen und gebrochene Federn sind Alltag auf der Hebebühne. Diese Schäden sind lebensgefährlich: Ein Federbruch etwa macht das Auto unlenkbar. Doch Deutschlands Autofahrer reparieren erst, wenn es kracht. Der TÜV-Report belegt: Die Wartung wird immer mehr vernachlässigt und die Gefahr auf den Straßen steigt.
„Bei Reifen gibt es eine lange Mängelliste“, sagt TÜV-Sprecher Frank Schneider. Dazu gehören Beulen, Alterungsrisse und Schäden durch Schrauben, Nägel oder scharfkantige Steine. Aber auch was erlaubt ist, sieht der Prüfer nicht unbedingt gern.
So gestattet das Gesetz beispielsweise eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Der TÜV hingegen sagt: Vier Millimeter sind das Minimum. Denn nur ein tiefes Profil bietet auf nassen Straßen echte Haftung.
Sie beweist: Auch ein Tesla ist keine App auf Rädern. Wer Bremsen und Aufhängung vernachlässigt, scheitert auf der Hebebühne. Die Plakette gibt es nicht per Update – sie bleibt das Ergebnis solider Wartung.











