Bekannt aus Hollywood-Filmen
Ein architektonisches Juwel
27.02.2026 – 19:00 UhrLesedauer: 1 Min.
Fast 100 Jahre konnte man im Kaufhaus Görlitz einkaufen. Heute öffnet der Prachtbau am Demianiplatz noch selten für Führungen.
Bis 2009 fuhren dort noch Kunden Rolltreppe. Heute steht das Kaufhaus Görlitz leer – und lässt sich nur noch an einigen Terminen pro Monat besichtigen. Dabei gilt der Prachtbau am Demianiplatz als einziges original erhaltenes Jugendstil-Warenhaus Deutschlands.
Der jüdische Kaufmann Louis Friedländer ließ es 1912 nach dem Vorbild des legendären Berliner Kaufhauses Wertheim errichten. Nach nur neun Monaten Bauzeit öffnete es am 30. September 1913 seine Türen. Der Andrang war so groß, dass das Haus einen Tag später wieder schließen musste: ausverkauft.
Das Kaufhaus blieb fast 100 Jahre lang das Zentrum des Görlitzer Einzelhandels. Es überstand zwei Weltkriege, die DDR-Zeit als Centrum-Warenhaus und die Wende. Doch 2008 traf die Finanzkrise den damaligen Eigentümer Hertie. Im August 2009 schloss das Haus für immer – zumindest als Kaufhaus.
Dann kam Hollywood. Regisseur Wes Anderson entdeckte das leerstehende Gebäude und verwandelte es 2013 in das „Grand Budapest Hotel“. Ralph Fiennes, Tilda Swinton und Bill Murray drehten hier monatelang. Der Film gewann vier Oscars. Seitdem pilgern Filmfans aus aller Welt nach Görlitz – und stehen vor verschlossenen Türen.
Nach dem Hollywood-Erfolg kamen weitere Produktionen: Die RTL+-Serie „Das Haus der Träume“ spielte hier, ebenso „Die Schule der magischen Tiere 3“.
Seit 2013 gehört das Gebäude dem Unternehmer Winfried Stöcker. Er plant eine aufwendige Sanierung und will es als „Kaufhaus der Oberlausitz“ wiedereröffnen.










