Ärger um anatolische Küche

Kein Alkohol mehr im Vereinslokal – Boss reagiert deutlich


21.05.2026 – 11:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Gelände des Tennisclubs Rot-Weiß Gießen (Archivbild): Um das Vereinslokal ist ein Streit entbrannt. (Quelle: Screenshot Google Maps)

Ein Tennisclub verpachtet sein Vereinslokal neu, ein Vertrag wird unterschrieben. Doch kurz vor der Eröffnung gibt es eine böse Überraschung – für alle Beteiligten.

Um das Vereinslokal des Tennisclubs Rot-Weiß Gießen ist ein heftiger Streit entbrannt. Die neuen Pächter wollen in dem Lokal keinen Alkohol mehr ausschenken. Der Verein läuft dagegen Sturm.

Wie die „Hessenschau“ berichtete, hat der Verein das Restaurant zum Jahresbeginn neu verpachtet, an ein Ehepaar, das den Gästen anatolische Küche anbieten will. Beide seien in Gießen durch ihren Stand auf dem Wochenmarkt bekannt. Im Frühjahr habe man alles für die Eröffnung vorbereitet.

Doch zwei Tage vor dem geplanten Neustart habe das Ehepaar eine böse Überraschung erlebt: die fristlose Kündigung vom Verein. „Das hat uns richtig reingehauen, das haben wir nicht erwartet“, so Betreiber Bayram Dalkilic.

Grund für die Kündigung ist offenbar die Haltung der Betreiber zum Thema Alkohol. „Wir verkaufen keinen Alkohol“, so die Pächter zu „Hit Radio FFH“. Das passe nicht zum angedachten anatolischen Konzept des Restaurants. Man wolle einen familienfreundlichen Ort schaffen, sagte Isabell Dalkilic. In Gesprächen mit dem Verein habe man das Konzept von Anfang an klar und transparent erklärt.

Ärger im Tennisclub Gießen: Bierleitung offenbar stillgelegt

Der Vereinsvorsitzende Fred Ostermeyer sieht das anders. Zu „Hit Radio FFH“ sagte er, der Verein sei „belogen und betrogen“ worden. Im Gespräch mit der „Gießener Allgemeine“ erläuterte der Vereinschef seine Vorstellung eines gelungenen Restaurantkonzepts: „Wir möchten, dass unsere Mitglieder und Gäste die Wahlfreiheit haben und selbst entscheiden können, ob sie in unserem Vereinslokal Tee oder Bier trinken möchten.“ Zudem bemängelte er, die neuen Betreiber hätten unerlaubt bauliche Veränderungen im Lokal vorgenommen – und sogar die Bierleitung stillgelegt.

Wie der Streit ausgeht, ist derzeit völlig offen. Der Verein hat angekündigt, notfalls Räumungsklage gegen das Betreiberpaar einzureichen. Allerdings wäre damit die gesamte Existenz der Pächterfamilie bedroht: Die Dalkilics mit ihren drei Kindern müssten laut „Hessenschau“ dann auch aus einer Wohnung ausziehen, die zum Restaurant gehört. Das Ehepaar hoffe, gemeinsam mit dem Verein doch noch zu einer Einigung zu kommen und Ende Mai oder Anfang Juni endlich Gäste bewirten zu können.

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