Datenschutz-Bedenken tritt Telekom-Vorstand Mudesir entgegen. Man halte sich an gesetzliche Regeln. „Wir sind Verfechter einer ethischen KI.“ Man werde nicht abgehört, sondern man aktiviere den Assistenten mit den Worten „Hey Magenta“ selbst. Hört der KI-Assistent auf Wunsch das ganze Gespräch mit und schicke dann eine Zusammenfassung, so werde die Aufnahme direkt wieder gelöscht. Die Telekom starte die neue KI-Dienstleistung in Deutschland und die Datenverarbeitung geschehe in der EU.
Mal angenommen, die Übersetzungsfunktion der Telekom startet in passabler Qualität und wird dann schrittweise besser – was hätte das eigentlich für Folgen für das Interesse an Fremdsprachen? Ist das mühsame Vokabeln-Pauken und Grammatik-Training überhaupt noch nötig, wenn man dank einer KI-Übersetzung gut über Sprachgrenzen hinweg kommunizieren kann?
Der technologische Fortschritt verändere zwar den Umgang mit Sprache, mache den Erwerb von Sprachkompetenz aber nicht überflüssig, sagt die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing. Ein Übersetzungstool könne ein erster motivierender Schritt sein, sich in fremdsprachliche Kommunikation zu wagen.
Zudem könnten Technologien bei der Verständigung helfen, nicht aber beim umfassenden Verstehen. „Solche Tools ersetzen weder eigenständiges Denken in der Fremdsprache noch interkulturelle Handlungsfähigkeit, rhetorische Kompetenz oder berufliche Diskursfähigkeit.“ Sprachkenntnisse seien bei echten menschlichen Begegnungen unersetzbar.
Und wie sehen Wettbewerber das Thema? O2 und Vodafone haben so einen Assistenten nicht. Vodafone hält ihn nicht für nötig. KI sei schon heute fester Bestandteil auf den Handys, sagt der Service-Chef von Vodafone Deutschland, Guido Weissbrich. „Wir setzen auf ein Ökosystem mit starken Partnern, damit Millionen Smartphone-Nutzer Live-Übersetzungen, Gesprächszusammenfassungen und weitere KI-Services, die uns im Alltag helfen, in hoher Qualität nutzen können.“
Branchenexperten sehen das Vorhaben der Telekom positiv. „Das ist ein geschickter Schachzug der Deutschen Telekom“, sagt Ben Wood vom Beratungsunternehmen CCS Insight. Dadurch bekämen auch Nutzer älterer Smartphones Zugriff auf KI-Möglichkeiten. Diesen Service in die Breite zu tragen, werde aber eine Herausforderung sein.
Ob der KI-Dienst im Telekom-Netz ein kommerzielles Potenzial habe, sei noch offen, sagt Wood. Es würden aber wichtige Erkenntnisse zur KI-Akzeptanz und KI-Nutzung der Kunden gesammelt.











