Preisdruck auf den Straßen
Wütende Autofahrer beschimpfen Tankstellenpächter
Aktualisiert am 06.03.2026 – 10:01 UhrLesedauer: 2 Min.
„Du bist zu teuer. Ich fahre jetzt mit den Öffis.“ So und anders äußert sich der Frust laut einem Branchenverband aktuell an Tankstellen. Dabei bestimmten über die Preise nicht die Pächter.
Wütende Kunden, verzweifelte Pächter: In Ostdeutschlands Tankstellen entlädt sich der Zorn über die Spritpreise direkt am Tresen. Wer an der Kasse steht, wird zur Zielscheibe für den Unmut der Autofahrer. Das berichtet Hans-Joachim Rühlemann vom Branchenverband VGT Nord-Ost. Wo das Benzin unbezahlbar wird, ist das Personal der Prellbock der Nation.
Die Tankstellenpächter nahm er mit Blick auf die Preisentwicklung in Schutz. „Die können dafür gar nichts.“ Die Preishoheit liege bei den Mineralölgesellschaften. „Die leiten die Preise weiter. Mittlerweile ist es so weit, dass das alles automatisch funktioniert. Häufig kriegt der Verkäufer an der Kasse oder die Kassiererin an der Kasse das gar nicht mit.“
Der VGT Nord-Ost ist zuständig für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Vor allem dort, wo Menschen mit wenig Geld leben, wird der Sprit zum Luxusgut, das man sich nur noch schlückchenweise leistet. In Kiezen wie Berlin-Reinickendorf registriert Verbandschef Rühlemann eine neue Form der Not: Wer kaum das Nötigste besitzt, kauft Benzin für mickrige fünf Euro – gerade genug, um die Pflichtfahrt am nächsten Morgen zu überstehen.
Andere Kunden stiegen auf andere Verkehrsmittel um. „Kann ich mir nicht mehr leisten. Du bist zu teuer. Ich fahre jetzt mit den Öffis“, bekomme man an der Kasse dann zu hören. Autofahrer, die ohnehin auch eine Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel haben, würden diese verstärkt nutzen.










