Taliban melden Sturzopfer
Tote bei Erdbeben in Afghanistan
Aktualisiert am 03.11.2025 – 09:20 UhrLesedauer: 2 Min.
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Wieder hat ein starkes Erdbeben Afghanistan erschüttert. Erste Berichte deuten auf zahlreiche Opfer hin. Die Taliban melden viele Verletzungen durch „Stürze von hohen Gebäuden“.
Im Norden Afghanistans hat in der Nacht zum Montag die Erde gebebt. Offiziellen Angaben zufolge sind durch den Erdstoß gegen 1 Uhr morgens Ortszeit mindestens 20 Personen ums Leben gekommen. Etwa 320 Menschen seien verletzt worden, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Toten und Verletzten weiter steigt.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das Beben in der Nähe der Stadt Masar-i-Scharif eine Stärke von 6,3. Demnach ereignete es sich in einer Tiefe von 28 Kilometern. Der Erdstoß war bis in die Hunderte Kilometer entfernte Hauptstadt Kabul zu spüren, wie AFP-Korrespondenten berichteten.
Masar-i-Scharif ist mit rund 500.000 Einwohnern eine der größten Städte Afghanistans. Ein Video des afghanischen Nachrichtensenders Tolonews zeigt Trümmer auf dem Boden um die bekannte blaue Moschee in der Hauptstadt der Provinz Balch. Das mit blauen Kacheln verzierte Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert ist eine der wenigen Touristenattraktionen des Landes.
Haji Zaid, ein Taliban-Sprecher in der Provinz, schrieb bei X, viele Menschen hätten sich durch „Stürze von hohen Gebäuden“ Verletzungen zugezogen. Auch aus der Provinz Samangan wurden Opfer gemeldet.
Afghanistan ist besonders anfällig für Erdbeben, da es auf zwei aktiven Verwerfungen liegt, die das Potenzial haben, zu brechen und umfangreiche Schäden zu verursachen. Seit dem Jahr 1900 wurden laut dem British Geological Survey allein zwölf Beben mit einer Stärke von über 7,0 gemessen. Bei einem Erdbeben Ende August wurden mehr als 2.200 Menschen getötet und Tausende verletzt.
Afghanistan ist von jahrzehntelangem Krieg gezeichnet. Im Sommer 2021 kehrten die radikalislamischen Taliban inmitten des Abzugs westlicher Streitkräfte an die Macht zurück, viele Staaten und Organisationen fuhren ihre Hilfen für das Land zurück. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen warnen vor einer sich verschärfenden Hungerkrise in Afghanistan.











