Großbank erhöht den Druck
Neue Zins-Offensive in Deutschland
16.04.2026 – 10:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Die französische Großbank Crédit Agricole bietet neue Zinsmodelle in Deutschland an. Damit könnte sie auch andere Banken zu besseren Konditionen zwingen.
Der Wettbewerb um das Geld deutscher Sparer nimmt deutlich Fahrt auf. Mit der französischen Großbank Crédit Agricole drängt nun ein weiteres Schwergewicht in den Markt und bietet zum Auftakt gleich mehrere Varianten von Tages- und Festgeld an.
Das Spektrum auf der neuen Plattform „Crédit Agricole Savings“ reicht von klassischen, flexibel verfügbaren Tagesgeldkonten bis hin zu langfristigen Festgeldanlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinsmodellen. Sie können ab sofort abgeschlossen werden. Dazu gehören unter anderem:
Die Angebote richten sich laut Bank vor allem an Sparer zwischen 35 und 65 Jahren – also an eine Zielgruppe mit oft größeren Geldbeträgen. Anders als viele Neobanken zielt Crédit Agricole damit weniger auf junge, App-affine Anleger, sondern eher auf klassische Sparer, etwa Kunden von Sparkassen oder Volksbanken, die mit niedrigen Zinsen unzufrieden sind.
Klassisches Festgeld beispielsweise bringt Kunden von Crédit Agricole derzeit 2,6 Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Wer sein Geld dort für ein Jahr fest anlegt, erhält 2,5 Prozent. Im marktweiten Vergleich ist das allerdings kein Spitzenwert. Dort sind bei einer Laufzeit von einem Jahr aktuell 3 Prozent möglich, bei zwei Jahren sogar bis zu 3,2 Prozent.
Für deutsche Kunden wichtig: Die Konten laufen aktuell über eine französische IBAN. Damit greift auch die französische Einlagensicherung. Wie in der gesamten EU üblich, sind Einlagen aber auch dort bis zu 100.000 Euro pro Person geschützt.
Der Einstieg in den Markt ist erst der Anfang. Im Herbst soll eine Smartphone-App starten, die den Zugang erleichtert. Und: Ab Oktober 2026 plant Crédit Agricole auch ein eigenes Girokonto in Deutschland – dann voraussichtlich mit deutscher IBAN.
Damit würde die Bank vom reinen Sparanbieter zur vollwertigen Direktbank aufsteigen. Langfristig sollen zudem ETFs und Fonds hinzukommen, sodass Kunden ihr Geld nicht nur parken, sondern auch investieren können.
Bis 2028 will Crédit Agricole hierzulande 30 Milliarden Euro an Kundeneinlagen einsammeln – etwa doppelt so viel wie bisher. Zum Vergleich: Die ING als größte Direktbank in Deutschland verwaltet derzeit rund 156 Milliarden Euro an Einlagen.
