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Gesundheit

Täglich zwei Liter trinken? Warum das meist übertrieben ist

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 25, 2026
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Wasserbedarf

Täglich zwei Liter trinken? Warum das meist übertrieben ist


Aktualisiert am 25.08.2026 – 11:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Sechsmal am Tag ein Glas Wasser trinken: Für viele Menschen ist das ein guter Richtwert. (Quelle: TatyanaGl/getty-images-bilder)

Unter normalen Bedingungen ist es in der Regel nicht nötig, täglich mehrere Liter zu trinken. Wie viel Flüssigkeit brauchen Menschen wirklich?

Wasser ist lebenswichtig, und wer zu wenig davon trinkt, schadet der eigenen Gesundheit: Daran zweifelt wohl niemand. Durchaus umstritten sind hingegen gängige Faustregeln zur richtigen Trinkmenge. Zwei Liter sollten es sein, heißt es oft – mitunter ist gar von mehr die Rede.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es indes keinen stichhaltigen Beweis dafür, dass so große Mengen Wasser für alle Menschen zuträglich sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen, täglich ungefähr 1,5 Liter Flüssigkeit über Getränke aufzunehmen, etwa Wasser oder ungesüßten Tee.

Dieser Wert bezieht sich auf Getränke, nicht auf die gesamte Wasserzufuhr: Auch feste Lebensmittel und das im Stoffwechsel gebildete Wasser tragen dazu bei. Die genauen Empfehlungen der DGE unterscheiden sich je nach Alter und Lebenssituation.

Zudem weist die DGE darauf hin, dass der Körper in bestimmten Situationen mehr Wasser braucht – etwa bei Hitze, trockener, kalter Luft, nach dem Sport, salz- oder eiweißreichen Mahlzeiten sowie nach Erkrankungen, die mit Fieber, Erbrechen und/oder Durchfall einhergehen. Welche Trinkmenge dann angemessen ist, lässt sich nicht pauschal sagen.

Ohnehin scheint sich der Flüssigkeitsbedarf des Menschen kaum als allgemeine Faustregel formulieren zu lassen. Dafür sind die Unterschiede von Mensch zu Mensch zu groß.

Flüssigkeitsbedarf ist sehr verschieden

Wie groß diese Unterschiede sind, hat sich eindrucksvoll in einer Studie aus dem Jahr 2022 gezeigt. Darin ermittelte ein Forschungsteam den Wasserbedarf beziehungsweise Wasserumsatz von etwa 5.600 Testpersonen aus verschiedenen Ländern.

Die teilnehmenden Personen tranken etwa 100 Milliliter Wasser, das mit einem kleinen Anteil Deuterium angereichert war. Deuterium ist eine stabile, nicht radioaktive Variante des Wasserstoffs. Es verteilte sich im Körperwasser. Anhand wiederholter Proben konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler messen, wie schnell die Deuterium-Konzentration im Körper abnahm. Daraus berechneten sie, wie viel Wasser der Körper im Durchschnitt pro Tag umsetzt.

Der Wasserumsatz beschreibt die Wassermenge, die der Körper täglich aufnimmt und wieder abgibt. Dazu zählen Wasser aus Getränken und Lebensmitteln sowie Wasser, das im Stoffwechsel entsteht. Der gemessene Wasserumsatz lässt sich deshalb nicht direkt mit der Menge gleichsetzen, die jemand trinken sollte.

Die Auswertung zeigte, dass sich der Wasserumsatz von Mensch zu Mensch stark unterscheidet. Bei den untersuchten Personen lag er zwischen etwa einem und sechs Litern pro Tag. Bei einigen körperlich arbeitenden oder sportlich sehr aktiven Teilnehmenden erreichte er sogar ungefähr zehn Liter täglich.

Diese Werte sind jedoch keine Trinkempfehlungen. Ein Teil des umgesetzten Wassers stammt aus dem Stoffwechsel. Außerdem trägt auch die Nahrung zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs bei – in erheblichem Maße, wenn viele wasserreiche Lebensmittel wie Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stehen.

Übrigens

Wie viel Sie ungefähr trinken sollten, können Sie auch mit unserem Wasserbedarf-Rechner ermitteln.

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