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Home » Täglich fünf Übergriffe im Dienst
Politik

Täglich fünf Übergriffe im Dienst

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 4, 2026
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Täglich fünf Übergriffe im Dienst

Gewalt am Arbeitsplatz

Täglich fünf Übergriffe auf Bahnmitarbeiter


04.02.2026 – 13:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Die Bahn will mehr für die Sicherheit ihres Personals tun. (Quelle: Jan Woitas/dpa)

Der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan C. markiert ein trauriges Novum im Bahnverkehr. Statistiken zeigen jedoch das Ausmaß der Gewalt, die das Personal täglich erfährt.

Nach dem gewaltsamen Tod des Bahnmitarbeiters Serkan C. ist die Bestürzung groß. Am Montagabend wollte der 36-Jährige in einem Regionalexpress bei Kaiserslautern die Fahrkarten der Mitfahrenden kontrollieren. Dabei stieß er auf einen Fahrgast ohne gültiges Ticket. Als Serkan C. den Mann daraufhin aufforderte, den Zug zu verlassen, rastete dieser aus und griff den Bahnmitarbeiter an. Noch vor Ort musste Serkan C. nach der brutalen Tat reanimiert werden. Am Mittwochmorgen dann die traurige Nachricht: Er starb im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen.

Es ist ein trauriges Novum. Nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) handelt es sich um den ersten Zugbegleiter, der im Dienst und ohne eigenes Fehlverhalten getötet wurde. Gewalt gegen Beschäftigte der Bahn ist jedoch keineswegs ein Einzelfall. Aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Politikers Dietmar Bartsch zu Beginn des Jahres ging hervor, dass täglich durchschnittlich fünf Mitarbeitende des Konzerns Übergriffe erleben. Hinzu kommen statistisch rund vier Bedrohungen pro Tag.

Das Innenministerium zählt für den Zeitraum Januar bis Ende Oktober 2025 2.987 Straftaten gegen Beschäftigte der Bahn. Besonders häufig wurden Bedrohungen (1.148) und Körperverletzungen (1.231) registriert, hinzu kamen 324 Fälle gefährlicher Körperverletzung.

Eine Umfrage der EVG aus dem Jahr 2024 zeichnet ein ähnlich besorgniserregendes Bild. Demnach sind acht von zehn Mitarbeitenden bereits Opfer eines verbalen oder körperlichen Angriffs geworden. 36 Prozent der Befragten fühlen sich bei der Ausübung ihrer Arbeit unsicher. 43 Prozent berichten, bei der Arbeit bereits bespuckt worden zu sein.

Fälle extremer Gewalt sind seltener, kommen jedoch vor: Im Sommer vergangenen Jahres wurde ein 59-jähriger Busfahrer in Bergheim brutal zusammengeschlagen und lag anschließend stundenlang im künstlichen Koma. Er überlebte, trägt jedoch bis heute Folgen davon. Eine Rückkehr in seinen alten Beruf ist für ihn nicht denkbar.

Der Tatverdächtige wurde noch am Tatort festgenommen und befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Nach Angaben einer Polizeisprecherin handelt es sich um einen Griechen ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt wegen des Verdachts auf Totschlag.

Die EVG hat für heute um 15 Uhr Mitarbeitende sowie Fahrgäste zu einer Schweigeminute für Serkan C. aufgerufen.

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