Neun Monate Verzögerung

Erstes Trump-Phone ausgeliefert – es wirft peinliche Fragen auf


20.05.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Das T1: Die Trump-Fans müssen auf das Handy weiter warten. (Quelle: Nikolas Kokovlis/imago)

Trump Mobile hat das T1 Phone ausgeliefert. Vom „Made in the USA“-Versprechen ist nicht viel übrig, und die Flagge zeigt nur elf Streifen.

Trump Mobile hat sein Smartphone T1 Phone an Medienvertreter ausgeliefert. Der US-Sender „NBC News“ erhielt eines der ersten Geräte, die Auslieferung an Vorbesteller laufe parallel. Das Telefon kostet 499 US-Dollar (rund 430 Euro), laut Trump Mobile ein Aktionspreis.

Die Söhne von US-Präsident Donald Trump hatten das T1 Phone im Juni 2025 im Trump Tower vorgestellt und für August desselben Jahres angekündigt. „NBC News“ leistete damals nach eigenen Angaben eine Anzahlung von 100 US-Dollar.

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Danach passierte lange Zeit nichts. Auf zahlreiche Anfragen habe das Unternehmen in den Folgemonaten nicht reagiert, so der Sender. Erst nach einem Bericht über die Verzögerung Mitte Mai 2026 sei die Auslieferung angelaufen.

Technische Ausstattung

Das Smartphone ist dem Bericht zufolge größer als ein iPhone 17 und verfügt über 512 Gigabyte Speicher. Als Prozessor kommt ein Snapdragon zum Einsatz, als Betriebssystem das von Google entwickelte Android. Die von Donald Trump gegründete Plattform Truth Social ist vorinstalliert. An der Oberseite des Gehäuses sitzt eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für kabelgebundene Kopfhörer. Die meisten Hersteller verzichten seit Jahren auf diesen Anschluss.

Branchenfachleute äußerten gegenüber dem Sender die Vermutung, beim T1 Phone handele es sich um eine modifizierte Version des in Taiwan gefertigten HTC U24 Pro. Trump Mobile beantwortete dazu keine Fragen.

„Made in the USA“ – von wegen

Die Werbung für das Gerät hat sich seit der Ankündigung gewandelt. Anfangs hieß es, das Telefon werde in den USA hergestellt. Diese Aussage wurde inzwischen von der Webseite entfernt und durch den Slogan „American Proud Design“ ausgetauscht. Auf der Verpackung findet sich jedoch weiterhin der Hinweis „Proudly Assembled in the USA“ – mit Stolz in den USA hergestellt.

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Nach den Vorgaben der US-Handelsbehörde FTC darf diese Kennzeichnung bereits dann verwendet werden, wenn die wesentliche Montage in den USA stattfindet; importierte Bauteile seien dabei zulässig. Eine Anfrage zum genauen Fertigungsablauf ließ Trump Mobile laut NBC ebenfalls unbeantwortet.

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Elf Streifen auf der Flagge

Peinliche Fragen wirft auch die auf der goldfarbenen Rückseite eingravierte US-Flagge auf. Diese zeigt nur elf statt der eigentlich 13 Streifen. Darunter ist der Schriftzug „Trump Mobile“ angebracht. NBC mutmaßt, dieser könne die zwei fehlenden Streifen überdecken.

Neben dem T1 Phone vertreibt Trump Mobile auch wiederaufbereitete Gebrauchtgeräte von Samsung und Apple. Wer das Telefon in den USA bestellen möchte, muss eine Anzahlung von 100 US-Dollar leisten und sich auf eine Warteliste setzen lassen. Ob Präsident Trump selbst das Gerät nutzt, das seinen Namen trägt, wollte das Weiße Haus laut NBC nicht bestätigen.

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