Radikaler Kurswechsel
Nach 32 Jahren: Audi stoppt sein Topmodell
17.03.2026 – 11:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Er war der Dienstwagen der Kanzler und Audis Eintrittskarte in die Welt der Reichen und Mächtigen. Doch nun zieht der Konzern einen radikalen Schlussstrich. Das Aus verändert auch die Zukunft eines ganzen deutschen Standorts.
Mit dem A8 startete Audi 1994 den Aufbruch in die automobile Oberklasse. Jetzt ist er Geschichte. Nach 32 Jahren endet eine Ära, die das Gesicht der Marke prägte. Nur in China wird der Wagen noch bis Ende 2026 vom Band laufen – dann ist endgültig Schluss. Da die Technik als veraltet gilt, beendet die VW-Tochter das Kapitel nun endgültig.
Wichtigster Grund für das Aus sind die nackten Zahlen. Die Verkaufszahlen sind dramatisch eingebrochen: Verkaufte Audi im Jahr 2014 noch fast 40.000 Einheiten seines Spitzenmodells, waren es zehn Jahre später nicht einmal mehr 12.000 Fahrzeuge. Auch 2025 hielt der Abwärtstrend an. Ein geplanter elektrischer Nachfolger für 2027 ist zudem in weite Ferne gerückt.
Für das Werk in Neckarsulm ist die Nachricht ein Einschnitt. Die Belegschaft hatte bis zuletzt für den Erhalt des Modells gekämpft – vergeblich. Die Fertigung in Baden-Württemberg ist bereits eingestellt. Denn das künftige Spitzenmodell der Marke wird nicht mehr in Deutschland produziert.
Die Lücke im Portfolio soll der neue Audi Q9 füllen. Mit einer Länge von 5,30 Metern übernimmt dieses SUV künftig die Rolle des Top-Modells. Vertriebsvorstand Marco Schubert erklärt den Kurswechsel mit den Wünschen der Kunden: Weltweit verlangen sie immer weniger nach Limousinen und stattdessen nach großen SUVs.
Audi lässt den Q9 im slowakischen Bratislava bauen. Von dort aus will die Marke ab der zweiten Jahreshälfte 2026 vor allem den US-Markt erobern. Das Kalkül der Konzernleitung: Trotz Importzöllen von 15 Prozent sollen die effiziente Fertigung und ein Einstiegspreis von rund 100.000 Euro die Gewinne sichern.
Diese Zuversicht erstaunt Beobachter. Denn mit immer höheren Preisen konnte Audi den steilen Abwärtstrend zuletzt nicht stoppen.
