Xylit, Stevia & Co.
Süßungsmittel bei Diabetes – sinnvoll oder riskant?
Aktualisiert am 27.02.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Süßstoffe scheinen bei Diabetes eine gute Alternative zu Haushaltszucker zu sein. Sie sind kalorienarm und zuckerfrei. Doch sind sie unbedenklich?
Die Liste der Süßstoffe ist lang. Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Sucralose, Xylit, Sorbit oder Steviolglycoside, auch „Stevia“ genannt, werden Diabetikern oft als Zuckeralternative empfohlen. Die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen: Süßstoffe enthalten keinen Zucker, sollen den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen und enthalten so gut wie keine Kalorien. Dennoch sollte man sie in Maßen konsumieren, sonst riskiert man unangenehme Begleiterscheinungen.
Süßungsmittel gehören zu den Zusatzstoffen. Angaben der Verbraucherzentrale NRW e. V. zufolge kann die Süßkraft von Süßstoffen 30- bis 37.000-fach höher sein als die von Haushaltszucker. Man unterscheidet zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen. Zu den Süßstoffen gehören Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Sucralose, und Steviolglycoside aus Stevia. Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören unter anderem Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit und Erythrit.
Auch wenn Süßungsmittel kaum Kalorien enthalten und nur einen geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben, sollte man sie besser nicht im Übermaß verzehren. Vor allem Zuckeraustauschstoffe können Verdauungsprobleme verursachen. „Für Gesunde und Diabetiker gilt gleichermaßen, dass eine zu hohe Aufnahme zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall führen kann“, warnt Diplom-Ökotrophologin Brigitte Neumann aus Uttenreuth. „Manche Menschen reagieren bereits auf geringe Mengen empfindlich. Süßstoffe hingegen hinterlassen bei vielen Menschen einen eher bitteren Nachgeschmack auf der Zunge.“
Der Nutzen von Süßungsmitteln für Diabetiker wird immer wieder diskutiert. Neben den geringen Effekten auf den Blutzuckerspiegel sollen Süßungsmittel bis zu einem gewissen Maß auch Gewichtsproblemen entgegengenwirken können. Limonaden, Schokolade und Kekse mit Süßungsmittel sind für zuckerkranke Menschen deshalb so attraktiv, weil sie zuckerfrei sind und den Blutzuckerspiegel kaum beeinflussen. Was die Kaloriengesamtbilanz angeht, lohnt sich allerdings der Blick auf die Nährwerttabelle: So manches Lebensmittel hat zwar weniger oder keinen Zucker, enthält dafür aber umso mehr Fett.
„Bis zu 20 Gramm Zuckeraustauschstoffe oder auch bis zu fünf Süßstoffperlen (entsprächen 20 Gramm Zucker) gelten als eher unbedenklich. Doch weisen Studien auf eine möglicherweise krebserregende Wirkung, Heißhungerattacken, ungünstige Effekte auf das Darmmikrobiom, Verdauungsbeschwerden und mögliche Risiken für das Herz-Kreislauf-System hin. Deshalb wäre es empfehlenswert, den Fokus auf eine allgemein gesunde Ernährung und Lebensweise zu legen und den Verzehr von Süßungsmitteln so gering wie möglich zu halten“, rät Neumann.
Die Verbraucherzentrale NRW e. V. empfiehlt Diabetikern ebenfalls, sich an die allgemeinen Ernährungsempfehlungen zu halten und bei Bedarf die Beratung durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft in Anspruch zu nehmen. Auch wenn Süßungsmittel vor der Zulassung einer Sicherheitsbewertung unterzogen werden, stünden sie doch immer wieder in der Diskussion. Da weiterhin großer Forschungsbedarf besteht, lautet das Fazit der Verbraucherschützer: Süßungsmittel sind „keine gesündere Alternative zum klassischen Haushaltszucker. Wollen Sie gesünder leben, reduzieren Sie den Zuckerkonsum, um so die Süßschwelle nach und nach zu senken“.











