Regierung löst Wirbel aus
Südtiroler Traditionsverein wütet: „Ein Skandal“
12.03.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit einer neuen Verordnung will die italienische Regierung das Tragen bestimmter Messer unter Strafe stellen. Der Südtiroler Schützenbund reagiert empört.
In Italien löst eine geplante Verordnung der Regierung derzeit Diskussionen und Unmut aus. Laut dem Sicherheitsdekret, das derzeit in den politischen Gremien beraten wird, sollen Klappmesser mit einer Klinge von mehr als fünf Zentimetern, einem Verriegelungsmechanismus und einer scharfen Spitze künftig nicht mehr mit sich geführt werden dürfen. Bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu drei Jahre Haft.
Der Südtiroler Schützenbund zeigt sich empört. Auf der offiziellen Webseite teilte Landeskommandant Christoph Schmid mit, man habe die Berichte über die geplante Verordnung „mit großem Unverständnis“ zur Kenntnis genommen. Der Traditionsverein sieht sich in seinem Brauchtum bedroht. „Viele Schützen tragen zur Tracht ein Trachtenbesteck, also Messer und Gabel, in der Lederhose. Dabei handelt es sich nicht um Waffen, sondern um Bestandteile gelebten Brauchtums und einer überlieferten Kultur“, so Schmid.
Es sei „ein Skandal“, wenn der Staat nicht mehr zwischen gefährlichen Utensilien und Alltagsgegenständen unterscheide. „Besonders empörend ist, dass hier mit der Brechstange ein Verbot erlassen wird, das weder Augenmaß noch kulturelles Verständnis erkennen lässt“, betont Schmid.
Der Südtiroler Schützenbund ist nicht die einzige Organisation, die in den vergangenen Tagen Bedenken hinsichtlich der neuen Verordnung formuliert hat. Carlo Alberto Zanella, Präsident des Südtiroler Alpenvereins, zeigt sich laut Bericht der Nachrichtenagentur Ansa „buchstäblich schockiert“ über die geplanten Änderungen.
Messer könnten für alle, die in der Wildnis unterwegs seien, „äußerst nützlich und lebensrettend“ sein. Mit einem solchen Messer könne man im schlimmsten Fall etwa eine Schlinge durchtrennen oder Pilze schneiden.
Ob die neue Sicherheitsverordnung tatsächlich beschlossen wird, scheint angesichts des massiven Gegenwinds derzeit unklar. Die Partei Süd-Tiroler Freiheit hat ebenfalls Bedenken angemeldet und will gegen die Verordnung vorgehen.











