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Home » Südtirol-Dorf St. Magdalena wehrt sich gegen Touristen
Panorama

Südtirol-Dorf St. Magdalena wehrt sich gegen Touristen

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 2, 2026
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Südtirol-Dorf St. Magdalena wehrt sich gegen Touristen

500-Seelen-Ort in den Alpen

„Schlimmer als Venedig“: Südtirol-Dorf wehrt sich gegen Touristen

02.02.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

St. Magdalena in Südtirol (Archivbild): Eine Schranke soll bald die Zufahrt in das kleine Dorf versperren. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Thomas Schäffer/imago-images-bilder)

Unberührte Natur, Ruhe und Idylle – das war einmal. In St. Magdalena in Südtirol ist der Ärger gegen Touristen groß. Jetzt will die Gemeinde mit einer drastischen Maßnahme durchgreifen.

Es hat wieder geschneit in Sankt Magdalena über Nacht. Die Dorfkirche mit dem Glockenturm und die Gräber auf dem Friedhof sind mit feinstem Neuschnee gepulvert, obwohl das überhaupt nicht mehr nötig gewesen wäre: Das 500-Seelen-Dorf in den Dolomiten, das allerletzte am Ende des langgezogenen Villnösser Tals, bietet auch so das Bild heiler Alpenwelt. Tag für Tag, das ganze Jahr hindurch. Was St. Magdalena immer mehr zum Verhängnis wird.

Inzwischen wird die Gemeinde – vom Magazin „Geo“ zum „wohl schönsten Dorf Südtirols“ gekürt – von Touristen überrannt. Sogar aus China kommen sie, so wie Han Gengai und Li Shangxi, zwei Studentinnen aus Peking. Die beiden haben das Foto von St. Magdalenas Kirche, wie sie so malerisch vor den Gipfeln der 3.000 Meter hohen Geislergruppe liegt, im Internet gesehen. Han (24) sagt: „Ich wusste sofort: Da muss ich hin.“

Früher, als die Leute noch einigermaßen zuverlässig Urlaubsgrüße mit der Post verschickten, hätte man das ein großartiges Postkarten-Motiv genannt. Bei Leuten wie Han heißt das nun „instagrammable“. Die Jagd nach dem perfekten Bild fürs Instagram-Konto beschränkt sich längst nicht mehr auf die klassischen Städte-Reiseziele wie Venedig oder Amsterdam, die schwer unter „Overtourism“ leiden. Immer mehr treibt es Foto-Touristen nun in die Natur. Es darf auch abgelegen sein.

Instagrammer findet man an den einsam liegenden Leuchttürmen der Bretagne, am Dynjandi-Wasserfall auf Island mit seinen vielen Kaskaden oder an Irlands Küste bei den spektakulären Klippen von Moher. Oder eben in den Dolomiten, selbst im hintersten Tal. In St. Magdalena halten sich die meisten gar nicht lange auf: hoch zur Kirche, ein paar Fotos mit dem Handy, vielleicht ein Selfie noch, ab damit ins Internet. Klick und weg.

Auf Portalen wie Instagram, TikTok oder Flickr finden sich Zehntausende Bilder. Besonders beliebt ist St. Magdalena auf Xiaohongshu, dem chinesischen Gegenstück zu Instagram. „Bei uns kennt das Bild jeder“, sagt Han, die Studentin. Das hat nach Auskunft des Bürgermeisters der Hauptgemeinde Villnöss, Peter Pernthaler, damit zu tun, dass ein chinesischer Telekom-Konzern vor einigen Jahren mit dem Alpenpanorama Werbung machte. „Damit hat der ganze Schlamassel angefangen“, sagt der 56-Jährige. Denn inzwischen leiden die Leute sehr.

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