80 Jahre Unimog

Ansturm auf dieses Luxus-Monster


Aktualisiert am 09.10.2026 – 16:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Luxus in Übergröße: 300 PS, Portalachsen und Ledercockpit machen aus dem Unimog einen Offroader, für den einige Sammler viel Geld bieten. (Quelle: Florian Duve)

Er ist das Schweizer Taschenmesser unter den Nutzfahrzeugen: Seit acht Jahrzehnten bezwingt der Unimog jedes Gelände. Nun könnte die Ikone als exklusive Luxusversion in Kleinserie gehen.

Seit 80 Jahren steht der Liebling der Landwirte für harte Arbeit im Gelände. Zum Jubiläum seines Weltstars hat Daimler eine Luxusversion des Unimogs entwickelt: 300 PS, Ledersitze und Kameras statt Außenspiegel treffen auf Stollenreifen und Portalachsen. Weil das Interesse groß ist, prüft der Konzern, ob das bislang einmalige Showcar in Kleinserie gebaut werden könnte.

Vom Acker zur Ikone

Der ehemalige Daimler-Benz-Ingenieur Albert Friedrich entwarf 1945 ein Fahrzeug für die Feldarbeit und den Transport. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Heinrich Rößler baute er einen Prototyp, der bereits im Jahr 1946 die Äcker im Umland von Schwäbisch Gmünd befuhr. Die Spurweite von knapp 1,30 Metern war so bemessen, dass der Unimog zwischen zwei Kartoffelreihen fahren konnte. Sein Name steht für den ursprünglichen Anspruch und die etwas sperrige Sprache der damaligen Zeit: Universal-Motor-Gerät.

Wohlfühlambiente: Leder, farbige Steppnähte und ergonomische Sitze verwandeln das Nutzfahrzeug in einen sehr komfortablen Arbeitsplatz. (Quelle: Florian Duve)

Nicht immer lief der Unimog bei Mercedes vom Band: Das Unternehmen Boehringer in Göppingen lieferte 1949 das erste Serienexemplar aus. 1950 übernahm Daimler-Benz, seit 2002 baut das Lkw-Werk Wörth den Unimog. Bis heute entstanden mehr als 375.000 Exemplare.

Für Forst und Feuerwehr

Inzwischen arbeitet der Unimog vor allem auf Straßen, im Forst und bei Feuerwehren. Er räumt Schnee, mäht Straßenränder, rangiert Güterwagen und fährt Einsatzkräfte in Krisengebiete. Frühe Unimog fuhren rund 50 km/h, heutige Varianten schaffen etwa das Doppelte.

Vielseitiger Weltstar: Der Unimog hat unzählige Gesichter.

Daimler Truck bietet zwei Linien an: Geräteträger etwa für die Feldarbeit und hoch geländegängige Varianten. Diese Version hat Portalachsen, Differenzialsperren und eine Reifendruckregelanlage. Bis zu 45 Grad Steigung sind möglich, außerdem fährt sie durch bis zu 1,20 Meter tiefes Wasser.

Übrigens ist der Unimog nicht nur stabil im Gelände, sondern auch im Wert. So kosten gebrauchte Modelle mit 20 Jahren und 400.000 Kilometern Laufleistung teils noch rund 40.000 Euro. Für neue Modelle verlangt Daimler Trucks je nach Ausführung sechsstellige Summen. Ein hoch geländegängiger Unimog mit Feuerwehraufbau kann deutlich über 300.000 Euro kosten.

(Quelle: Daimler Truck Global Communications)

Technikgeschichte auf Rädern

Ursprünglich für den Acker erdacht, bezwingt das „Universal-Motor-Gerät“ heute jedes Gelände. Im Extremfall erklimmt es selbst 110-prozentige Steigungen und hat mit über 375.000 gebauten Einheiten sogar den Absatzgipfel erreicht.

Luxus statt Werkstatt

Für das Jubiläumsmodell wird das bei Weitem nicht genügen. Der Hersteller bezeichnet es als den bislang stärksten hoch geländegängigen Unimog. Unter der Haube arbeitet ein Sechszylinder-Diesel mit 7,7 Litern Hubraum und 300 PS.

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