Sturzflut in Nepal und Tibet

Gletscherabbruch im Himalaya war bis ins Rheinland messbar


27.08.2026 – 13:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Nepal: Eine Luftaufnahme zeigt beschädigte Gebäude und Infrastruktur entlang des angeschwollenen Trishuli-Flusses nach einer gewaltigen Sturzflut. (Quelle: IMAGO/Skanda Gautam/imago)

Im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet reißt eine gewaltige Flutwelle hunderte Menschen in den Tod. Das Signal des Gletscherabbruchs registriert sogar eine Messstation im Rheinland.

Eine gewaltige Sturzflut hat im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zahlreiche Menschen in den Tod gerissen. Mindestens 162 Menschen kamen bislang nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ums Leben, mehr als 1.300 Menschen gelten laut der Nachrichtenagentur dpa als vermisst. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS wurde die gemessene seismische Energie nicht durch ein klassisches Erdbeben, sondern durch den Abbruch von Gletschereis und Gestein verursacht.

Das Ereignis war selbst Tausende Kilometer entfernt noch messbar – auch im Messnetz der Erdbebenstation Bensberg der Universität zu Köln. Die Station BGG auf Burg Eltz registrierte deutliche Bodenbewegungen, wie Leiter Dr. Martin Zeckra auf Nachfrage der Kölner Redaktion von t-online bestätigte. Laut der Messdarstellung liegt der Unglücksort rund 6.800 Kilometer entfernt.

  • Naturkatastrophe im Himalaya: Dieses Phänomen soll die Ursache für die Sturzflut sein

Die Katastrophe ereignete sich am Mittwoch im Himalaya. Eine gewaltige Masse aus Eis, Gestein und Schlamm stürzte in einen Fluss und löste eine zerstörerische Flutwelle aus. Häuser, Straßen und Kraftwerke wurden beschädigt oder zerstört. Besonders betroffen ist eine bei Wanderern und Pilgern beliebte Region im Grenzgebiet zwischen Nepal und dem chinesischen Tibet.

Im Video | Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe

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Sturzflut in Nepal: Signal erreicht Messstation der Universität zu Köln

Das Seismogramm der Station BGG zeigt, wie die Bodenbewegungen nach dem Ereignis deutlich zunehmen. Die ersten schwächeren Signale treffen dabei früher ein, stärkere Wellen folgen später. Die unterschiedlichen Laufzeiten entstehen, weil sich seismische Wellen auf verschiedenen Wegen durch und entlang des Erdkörpers ausbreiten, wie Zeckra erläutert.

Seismogramm der vertikalen Komponente derStation BGG (Eltz Castle). (Quelle: Erdbebenstation Bensberg)

Solche Signale können demnach nicht nur durch tektonische Erdbeben entstehen. Auch große Massenbewegungen wie Berg- oder Gletscherabbrüche setzen genügend Energie frei, um messbare Schwingungen zu erzeugen. Genau deshalb konnte das Ereignis aus dem Himalaya auch an einer Station des Kölner Messnetzes registriert werden.

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