Neue Studie
Knochenbrüche im Alter verhindern: Diese Mittel können sich viele sparen
07.07.2026 – 10:34 UhrLesedauer: 3 Min.

Im Alter nimmt die Knochendichte ab und das Risiko für Knochenbrüche steigt. Statt auf Kalzium und Vitamin D zu setzen, empfehlen Forscher andere Gegenmaßnahmen.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze und Knochenbrüche deutlich. Rund jeder dritte Mensch ab 65 Jahren stürzt mindestens einmal pro Jahr. Besonders Hüftbrüche können dazu führen, dass ältere Menschen ihren Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen und auf Pflege angewiesen sind.
Viele Menschen greifen deshalb zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Kalzium oder Vitamin D – in der Hoffnung, ihre Knochen zu stärken. Eine im Fachjournal „BMJ“ veröffentlichte Übersichtsarbeit kommt jedoch zu einem ernüchternden Ergebnis zum Effekt dieser Nahrungsergänzungsmittel.
Kalzium und Vitamin D bringen meist keinen relevanten Vorteil
Für die aktuelle Analyse wertete ein internationales Forschungsteam 69 hochwertige Studien mit insgesamt 153.902 Erwachsenen aus.
Das Ergebnis: Weder Kalzium allein noch Vitamin D allein senkten das Risiko für Knochenbrüche oder Stürze in einem klinisch bedeutsamen Ausmaß. Auch die Kombination beider Präparate zeigte nur einen sehr kleinen Vorteil. Zwar ließ sich statistisch ein geringer Rückgang der Frakturen nachweisen. Die tatsächliche Risikoreduktion fiel jedoch so gering aus, dass sie nach Einschätzung der Studienautoren für die meisten Menschen im Alltag kaum ins Gewicht fällt.
Die Wissenschaftler kommen deshalb zu dem Schluss, dass eine routinemäßige Einnahme von Kalzium- oder Vitamin-D-Präparaten Knochenbrüchen und Stürzen in der allgemeinen Bevölkerung nicht vorbeugen kann.
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Bewegung schützt die Knochen besser
Statt auf kostspielige Nahrungsergänzungsmittel zu setzen, empfehlen die Forscherinnen und Forscher Maßnahmen, deren Nutzen besser belegt ist. Dazu gehören vor allem regelmäßige Bewegung sowie Kraft- und Gleichgewichtstraining. Sie stärken nicht nur Muskeln und Knochen, sondern senken auch das Sturzrisiko.
Ebenso wichtig ist es, Stolperfallen in der Wohnung zu beseitigen, gut sitzende Schuhe zu tragen und Medikamente überprüfen zu lassen, die Schwindel oder Unsicherheit verursachen können. Wer ausreichend Zeit im Freien verbringt, unterstützt außerdem die körpereigene Bildung von Vitamin D. Das Vitamin hilft dem Körper, Kalzium aus dem Darm aufzunehmen und in die Knochen einzubauen.
Gut zu wissen
Den Kalziumbedarf decken die meisten Menschen bereits über ihre Ernährung, etwa durch Milchprodukte, kalziumreiches Mineralwasser oder entsprechend angereicherte pflanzliche Milch-Alternativen.
Für manche Menschen gelten Ausnahmen
Auch unabhängige Fachleute bewerten die Untersuchung als überzeugend. Emma Duncan, Endokrinologin und Professorin am King’s College London, erklärt im „Science Media Center“ (SMC), die Ergebnisse passten gut zu früheren Studien. Zwar habe die Kombination aus Kalzium und Vitamin D rechnerisch einen kleinen Vorteil gezeigt. Der absolute Nutzen sei aber so gering gewesen, dass er für die meisten Menschen keine praktische Bedeutung habe.