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Home » Studie nennt Hebel für mehr Vollzeit
Wirtschaft

Studie nennt Hebel für mehr Vollzeit

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 8, 2026
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IAB-Studie

Deutsche arbeiten zu wenig? Dieser Hebel schafft mehr Vollzeit


Aktualisiert am 08.09.2026 – 11:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Menschen bei der Arbeit: Viele Mütter stecken nach der Geburt ihres ersten Kindes im Job zurück. (Quelle: Morsa Images/getty-images-bilder)

In Deutschland sind einer Studie zufolge mehr Vollzeitstellen möglich – wenn eine Voraussetzung erfüllt wäre.

Der Start ins Jahr 2026 kannte vor allem ein Thema: die Arbeitszeit der Bundesbürger. Zu gering sei sie, finde zu oft in Teilzeit statt und dann häuften sich auch noch die Krankschreibungen, hieß es aus der Union. Ein solches Modell könne sich Deutschland angesichts von Fachkräftemangel, alternder Bevölkerung und knapper Sozialkassen nicht mehr leisten.

Abhilfe schaffen sollten damals etwa ein Ende der telefonischen Krankschreibung oder die Einschränkung des Rechts auf Teilzeitarbeit. Aktuell ist die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Fehltag geplant. Eine neue Studie lenkt den Blick nun aber auf eine ganz andere Stellschraube: den Ausbau der Kinderbetreuung.

Denn nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung trägt der Kita-Ausbau erheblich dazu bei, dass Mütter nach der Geburt ihres ersten Kindes mehr arbeiten und langfristig mehr verdienen. Besonders deutlich ist der Effekt bei der Vollzeitbeschäftigung: Frauen arbeiten demnach später häufiger in Vollzeit und seltener in Minijobs, wenn frühkindliche Betreuung besser verfügbar ist.

Familienpolitische Reformen wirken

Die Forscher untersuchten, wie sich regionale Unterschiede beim Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung für unter Dreijährige auf die Erwerbsverläufe von Müttern auswirkten. Die positiven Effekte auf das Einkommen der Mütter bestehen demnach sogar nach Ende der Kita-Zeit der Kinder fort. „Die frühkindliche Betreuung beeinflusst auch die weitere Karriereentwicklung von Müttern dauerhaft“, sagte IAB-Forscherin Lisa-Marie Duletzki.

Mütter übernehmen ihr zufolge nach wie vor nach der Geburt des ersten Kindes den Großteil der Kinderbetreuung und reduzieren dafür ihre Erwerbstätigkeit, was oft auch langfristig Einbußen beim Einkommen mit sich bringt. In der Untersuchung zeigte sich, dass Mütter seit der Einführung des Elterngelds 2007 höhere Einkommen erzielten. 56 Prozent des gesamten Rückgangs bei den Erwerbseinbußen gingen demnach auf den Ausbau der Kinderbetreuung zurück.

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Aktuell fehlen rund 300.000 Kita-Plätze

Besonders stark zeigten sich die positiven Effekte laut der Studie in Regionen, in denen Mütter nach der Geburt häufig ihre Erwerbstätigkeit reduzierten oder langfristig deutlich höhere Einbußen beim Arbeitseinkommen verzeichneten. Diese Regionen hatten demnach vor dem Ausbau häufig niedrigere Betreuungsquoten. Das weist nach Angaben der Forscherin darauf hin, dass dort Kinderbetreuung nur begrenzt verfügbar und die Nachfrage nach den neu geschaffenen Plätzen entsprechend hoch war.

Aktuell fehlten in Deutschland rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, schreibt Duletzki in der Studie. Der kontinuierliche Ausbau frühkindlicher Betreuung könne dazu beitragen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen am Arbeitsmarkt zu reduzieren, folgerte sie.

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