Häufig verordnete Arznei

Diese Cholesterinsenker könnten auch die Augen schützen


07.10.2026 – 12:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Statine zählen zu den am meisten verordneten Medikamenten weltweit. (Quelle: Prostock-Studio/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Eine große Untersuchung liefert Hinweise auf einen möglichen Zusatznutzen von Statinen: Grüner Star tritt bei Menschen, die diese Cholesterinsenker einnehmen, wohl seltener auf.

Statine senken den Spiegel des „schlechten“ LDL-Cholesterins im Blut und tragen zum Schutz vor Herzinfarkten und Schlaganfällen bei. Laut einer neuen Studie können sie jedoch noch mehr: Wer Statine einnimmt, hat womöglich ein geringeres Risiko für eine bestimmte Augenerkrankung.

Um welche Augenerkrankung handelt es sich?

In der Studie geht es um das sogenannte Offenwinkelglaukom. Als Glaukom (Grünen Star) bezeichnet man eine Gruppe von Augenerkrankungen, die den Sehnerv schädigen. Ohne Behandlung kann es in der Folge zu Gesichtsfeldausfällen oder sogar zur Erblindung kommen.

Das Offenwinkelglaukom ist die häufigste Form des Grünen Stars. Es schreitet langsam voran und macht sich erst nach vielen Jahren durch Sehstörungen bemerkbar.

Was hat der Grüne Star mit Statinen zu tun?

Forscher haben Gesundheitsdaten Hunderttausender Menschen analysiert und festgestellt: Menschen, die Statine einnahmen, entwickelten später seltener ein Offenwinkelglaukom.

Bei Patienten, die bereits erkrankt waren, ging die Einnahme von Statinen mit deutlich weniger Laserbehandlungen und Operationen einher. Das könnte bedeuten, dass ein Glaukom bei Statin-Nutzern seltener so weit fortschritt, dass Ärzte die Behandlung verstärken mussten.

So lief die Studie ab

Die neue Untersuchung basiert auf elektronischen Gesundheitsdaten aus dem Netzwerk TriNetX, das 115 Gesundheitseinrichtungen und Daten von 165 Millionen Menschen umfasst. Die Forscher nahmen aber nur einen Teil von ihnen genauer in den Blick, nämlich diejenigen, die älter als 40 Jahre waren und mindestens einmal eine augenärztliche Praxis besucht hatten.

Für die Frage, ob Statine mit einem geringeren Glaukomrisiko zusammenhängen, verglichen sie 210.701 Statin-Nutzer mit ebenso vielen Menschen, die keine Statine einnahmen. Zusätzlich untersuchten sie bereits erkrankte Glaukompatienten: Hier standen sich jeweils 29.598 Menschen mit und ohne Statin-Einnahme gegenüber.

Die Gruppen wurden dabei so zusammengestellt, dass sie sich unter anderem bei Alter, Geschlecht und wichtigen Vorerkrankungen möglichst ähnlich waren. So konnten die Forscher sicherer sein, dass diese Merkmale das Ergebnis nicht verzerren.

Geringeres Risiko in Statin-Gruppe

Nach fünf Jahren hatten 2,3 Prozent der Statin-Nutzer ein Offenwinkelglaukom entwickelt. In der Vergleichsgruppe waren es 2,6 Prozent. Der absolute Unterschied fiel damit klein aus. Statistisch gesehen war das Risiko allerdings um 15 Prozent niedriger. Auf Bevölkerungsebene ist diese Risikosenkung nicht unbedeutend.

Deutlicher waren die Unterschiede allerdings bei Menschen, die bereits Grünen Star hatten. Es zeigte sich: Bei Patienten, die Statine einnahmen, musste die Behandlung seltener intensiviert werden. Eine Laserbehandlung war innerhalb von fünf Jahren nur bei 2,2 Prozent nötig, ohne Statine dagegen bei 5,6 Prozent. Auch Operationen kamen seltener vor – je nach Eingriff bei rund 2 Prozent der Statin-Nutzer gegenüber etwa 3 bis 4 Prozent in der Vergleichsgruppe.

Wie könnten Statine die Augen schützen?

Wie Statine das Risiko für Grünen Star beeinflussen könnten, ist noch unklar. Möglich ist, dass sie Entzündungen bremsen, die Durchblutung im Auge verbessern und den Abfluss des Kammerwassers erleichtern.

Das Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit im Auge. Es wird ständig neu gebildet und muss über feine Kanäle wieder abfließen. Fließt es schlechter ab, kann der Augeninnendruck steigen. Ein erhöhter Augeninnendruck gilt als wichtiger Risikofaktor für Grünen Star: Auf Dauer kann er den Sehnerv schädigen. Indem sie den Abfluss des Kammerwassers verbessern, könnten Statine den Druck im Auge senken.

Share.
Exit mobile version