Laut Studie
Mini-Schlaganfall kann Risiko für Hirnerkrankung steigern
28.09.2026 – 15:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mini-Schlaganfall kann Vorbote eines „echten“ Schlaganfalls sein. Doch einer Studie zufolge tritt eine andere Folge womöglich deutlich häufiger auf.
Bei einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA), umgangssprachlich auch Mini-Schlaganfall genannt, kommt es zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im Gehirn. Diese verursacht ähnliche Beschwerden wie ein echter Schlaganfall, etwa Lähmungen oder Sprachstörungen – mit dem Unterschied, dass die Symptome nach einer TIA innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden. Bei Gehirnscans lassen sich keine Schäden erkennen. Eine neue Forschungsarbeit legt nahe, dass ein Mini-Schlaganfall dennoch langfristige Folgen haben könnte. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Neurology“.
Demenzrisiko um 34 Prozent erhöht
Für die Studie werteten die Wissenschaftler Gesundheitsdaten aus der kanadischen Provinz Ontario aus, die einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten umfassten. Eingeschlossen wurden 113.081 Menschen, die erstmals eine TIA erlitten hatten und bei denen zuvor keine Demenz diagnostiziert wurde. Im Durchschnitt waren die Betroffenen 70 Jahre alt. Zum Vergleich wurden ungefähr Gleichaltrige ohne Schlaganfall oder TIA herangezogen.
Die Teilnehmer wurden im Schnitt sieben Jahre lang beobachtet. In dieser Zeit entwickelten 19 Prozent der Menschen nach einer TIA eine Demenz. In der Vergleichsgruppe ohne Schlaganfall oder TIA waren es 15 Prozent, bei Menschen nach einem Schlaganfall 20 Prozent.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum hatten Menschen nach einer TIA ein um 34 Prozent höheres Demenzrisiko als vergleichbare Personen ohne TIA.
Besonders deutlich war der Unterschied im ersten Jahr nach dem Ereignis: In diesem Zeitraum lag das Risiko um 75 Prozent höher als bei Menschen ohne Schlaganfall oder TIA. Anschließend nahm der Unterschied zwar ab, blieb aber über viele Jahre bestehen. Studienautor Raed A. Joundi zufolge besteht nach einer TIA „ein großes und anhaltendes erhöhtes Demenzrisiko“.
Demenz häufiger als Schlaganfall
Die Forscher stellten außerdem fest: Nach einer TIA entwickelten Betroffene während der gesamten Beobachtungszeit etwa dreimal häufiger eine Demenz als einen Schlaganfall.
Nach einem Schlaganfall war das Demenzrisiko zunächst höher als nach einer TIA. Nach fünf Jahren war es jedoch ähnlich hoch.
Mini-Schlaganfall als Warnsignal
Eine TIA kann Vorbote eines größeren Schlaganfalls sein. Deshalb ist es nach einer TIA wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Diese sollten Joundi zufolge jedoch nicht nur der Schlaganfallvorsorge dienen, sondern auch eine Demenz als mögliche Spätfolge im Blick haben.
Nach TIA: Wie lässt sich ein Schlaganfall verhindern?
Um einen „echten“ Schlaganfall nach einer TIA abzuwenden, bekommen Betroffene je nach Befund für gewöhnlich bestimmte Medikamente verschrieben, die das Risiko für Blutgerinnsel senken, etwa Thrombozytenhemmer oder Antikoagulanzien. Liegen Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte vor, werden diese behandelt, da sie als Risikofaktoren gelten. Auch ein Rauchstopp, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht können dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu senken.
