„Die Daten deuten darauf hin, dass es nicht um eine isolierte Veränderung geht, sondern um ein größeres vernetztes System im Gehirn“, sagte Wolfgang Weber-Fahr, Arbeitsgruppenleiter am ZI. Besonders relevant: Niedrigere ATP/PCr-Werte im vorderen Teil des cingulären Cortex gingen mit schlechteren Ergebnissen in den kognitiven Tests einher.

Claudia Schilling, Leiterin des Schlaflabors am ZI, erläuterte: „Wir sehen einen Zusammenhang zwischen Energiemarkern im vorderen cingulären Cortex und der kognitiven Leistung. Das deutet darauf hin, dass eine gestörte Bereitstellung von Energie in dieser Hirnregion zu den Denk- und Konzentrationsproblemen bei Post-Covid beitragen könnte.“

Etwa die Hälfte der untersuchten Post-Covid-Betroffenen erfüllte zusätzlich die Kriterien für das Myalgische Encephalomyelitis/Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Diese schwere Erkrankung geht mit extremer Erschöpfung und einer deutlichen Verschlechterung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Belastung einher. In einer Subgruppenanalyse zeigten diese Teilnehmer ähnliche Stoffwechselveränderungen wie Post-Covid-Patienten ohne ME/CFS. Das spricht dafür, dass in beiden Gruppen vergleichbare biologische Mechanismen wirken könnten.

Die neue Studie liefert wichtige Hinweise, aber noch keine endgültigen Antworten. Die Forscher zeigen Zusammenhänge zwischen verändertem Energiestoffwechsel und kognitiven Beschwerden, beweisen jedoch keine konkrete Ursache. Als mögliche Auslöser diskutiert das Team unter anderem Funktionsstörungen der Mitochondrien, also der „Kraftwerke der Zellen“, entzündliche Veränderungen oder Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dennoch sehen die Forscher in ihren Ergebnissen einen wichtigen Schritt, Post-Covid besser zu verstehen.

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