Tausende Teilnehmer in Berlin
Demo gegen Wehrdienst: Schüler-Wut trifft Bundesregierung
Aktualisiert am 05.03.2026 – 15:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Berliner Jugendliche protestieren gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Rückkehr der Wehrpflicht. Die Botschaft auf den Plakaten fällt dabei deutlich aus.
Am Donnerstag haben Tausende Berliner Schülerinnen und Schüler gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Der Zug startete am Potsdamer Platz und endete am Oranienplatz in Kreuzberg. Viele Teilnehmer mussten im Rahmen eines „Schulstreiks“ den Unterricht schwänzen oder sich von den Eltern krankschreiben lassen.
Laut Berliner Polizei nahmen 3.000 Menschen teil. Nach Angaben der Veranstalter waren es bis zu 10.000, bundesweit hätten mehr als 50.000 Menschen demonstriert.
Auf Transparenten und Plakaten im Berliner Demonstrationszug stand: „Sterben steht nicht auf dem Stundenplan“, „Friedrich Merz an die Front“ und „Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm“. Zu sehen waren auch Palästina-Flaggen, außerdem Fahnen von Parteien wie Die Linke und BSW sowie von kommunistischen Gruppen.
Die Berliner Demonstration gehörte zu Aktionen und Kundgebungen von Schülerinitiativen in ganz Deutschland, die sich gegen die Wehrpflicht richten. Schon im Dezember gab es Proteste.
In Sprechchören riefen die Jugendlichen: „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ und „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“. Eine Rednerin rief: „Auf dem Schlachtfeld habe ich doch mehr gemeinsam mit den Menschen gegenüber als mit denen, die mich anweisen, auf sie zu schießen.“
Ein zehnjähriger Junge meinte: „Ich will nicht töten und ich will nicht getötet werden.“ Eine Oberstufenschülerin sagte: „Ich habe einen kleinen Bruder und ich will nicht, dass der in den Krieg geht.“ Ein 17-jähriger Schüler und sein 13-jähriger Bruder ließen sich für die Demonstration von ihren Eltern krankschreiben.
Seit Anfang des Jahres ist das neue Gesetz zum Wehrdienst in Kraft. Derzeit ist der Dienst freiwillig. Finden sich nicht genügend Freiwillige, steht aber eine Reaktivierung der Wehrpflicht im Raum, die seit 2011 ausgesetzt ist. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele.









