„The Creative Club“

Aus für Onlinehändler – 170 Mitarbeiter verlieren Jobs


Aktualisiert am 16.02.2026 – 11:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Stoffrollen (Symbolbild): Auf der Plattform stoffe.de ist kein Sortiment mehr abrufbar. (Quelle: imago stock&people/imago-images-bilder)

Trotz hoher Umsätze schreibt ein Online-Marktführer für Stoffe jahrelang Verluste. Jetzt ist die Sanierung gescheitert und der Betrieb wird abgewickelt.

Der Onlinehändler „The Creative Club“ aus Schenefeld bei Hamburg hat seinen Betrieb endgültig eingestellt. Wie Insolvenzverwalter Nicolas Kaiser bestätigte, wird die Firma abgewickelt, rund 170 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Seit dem 11. Februar ist das Sortiment aus Stoffen und Schnittmustern über die Plattform stoffe.de nicht mehr abrufbar.

Video | Insolvenz: Wann es passiert und was das bedeutet

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Quelle: t-online

Das Insolvenzverfahren war am 1. Januar eröffnet worden. Laut Kaiser reichte das vorhandene Vermögen zwar aus, um die Verfahrenskosten zu decken. Mieten und Gehälter konnten nach der Eröffnung jedoch nicht mehr gezahlt werden. Zum Schutz der Gläubiger habe er den Betrieb stillgelegt und die Investorensuche beendet, sagte Kaiser dem „Pinneberger Tageblatt“.

Alle Beschäftigten seien freigestellt, die Kündigungen ausgesprochen. „Die Betriebseinstellung wurde mit dem Betriebsrat besprochen und ein Interessenausgleich nebst Sozialplan verhandelt und abgeschlossen“, erklärte Kaiser. Dabei gehe es darum, die verbliebenen Mittel im Sinne der Gläubiger und der Belegschaft zu verteilen. Der Abverkauf der Restbestände aus den Lagern in Schenefeld und Halstenbek läuft derzeit noch.

Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens hatte es nach Angaben Kaisers mehrere Interessenten gegeben. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande. Einige Investoren wollten nur Teile der Belegschaft übernehmen, andere lediglich einzelne Vermögenswerte wie die Domain stoffe.de oder die Marke – ohne Personal. Die Vorstellungen hätten in wesentlichen Punkten zu weit auseinandergelegen.

Noch im Oktober hatte sich die Lage anders dargestellt. Nachdem das Amtsgericht Pinneberg Kaiser zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt hatte, lief der Geschäftsbetrieb zunächst weiter. „Ich bin optimistisch, dass es gelingen wird, eine Sanierungslösung zu finden“, sagte Kaiser damals dem „Hamburger Abendblatt“. Auch von bis zu fünf potenziellen Übernahmeinteressenten war die Rede.

Hintergrund des Insolvenzantrags war nach Angaben Kaisers die Entscheidung der Hauptgesellschafterin, kein weiteres Geld bereitzustellen. Der „Wirtschaftswoche“ erklärte er: „Anstoß für den Insolvenzantrag war nach derzeitiger Kenntnislage die Weigerung der Hauptgesellschafterin, dringend benötigtes frisches Kapital in die Gesellschaft zu geben.“ Mehrheitseigentümerin war eine luxemburgische Holdinggesellschaft.

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