Neue Ifo-Umfrage

Die Autoindustrie schöpft plötzlich Hoffnung

Aktualisiert am 05.08.2026 – 11:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Die deutsche Autoindustrie schaut positiver in die Zukunft. (Symbobild) (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-bilder)

Die Stimmung in Deutschlands Autoindustrie dreht, zeigt eine Analyse des Ifo-Instituts. Die Branche baut vor allem auf Aufträge aus einem boomenden Sektor.

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie hellt sich auf. Der vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex für die Branche stieg im Juli um 6 Punkte. Mit einem Stand von minus 15,6 ist er allerdings immer noch im negativen Bereich.

„Die Auftragsbücher füllen sich wieder etwas und die Exporterwartungen sind gestiegen“, sagte Ifo-Expertin Anita Wölfl. Auch in den Auftragseingängen, die zumindest bis Mai vorliegen, zeige sich ein positiver Trend aus dem Inland und Euroraum.

  • Infineon: Deutscher Chipbauer meldet Rekordergebnis
  • Hitzewelle: Niedrige Rheinpegel kosten Wachstum

Deutschlands Autobauern macht der Übergang zu Elektromobilität zu schaffen. Vor allem der Absatz auf dem wichtigen Markt in China bricht ein. Zuletzt kündigte BMW in der Vorwoche den Abbau von rund 8.000 Jobs an. Beim VW-Konzern stehen weltweit bis zu 100.000 Stellen auf der Kippe. In Deutschland droht den vier Werken in Hannover, Osnabrück und Zwickau die Schließung.

Ein Lkw von Daimler (Archivbild): Die Rüstungsindustrie sorgt für neue Aufträge im Autobau. (Quelle: Katharina Kausche/dpa/dpa-bilder)

Unter anderem profitieren laut Ifo die Hersteller von Karosserien und Aufbauten, die Geräte und Komponenten herstellen, die auch außerhalb der Autoindustrie, beispielsweise in der Verteidigung verwendet werden können. „Die europaweit steigenden Investitionen in Rüstungsgüter könnten Teilen der Automobilindustrie zugutekommen“, so Wölfl.

Zuletzt hatte Daimler Trucks, die Lkw-Sparte des Autobauers, erklärt, man setze auf Aufträge für die Rüstungsindustrie. Die Vorstandschefin Karin Rådström sagte der „Financial Times“, das Geschäft mit Verteidigungskunden entwickle sich schneller als erwartet und wachse derzeit stärker als das traditionelle Kerngeschäft.

Für die Gesamtbranche sieht Ifo-Expertin Wöfl die Geschäftserwartungen als Treiber des Anstiegs. Sie verbesserten sich erneut deutlich und sind mit minus 0,1 Punkten derzeit so hoch wie zuletzt vor mehr als drei Jahren. Der Anstieg der vergangenen Monate ist hier besonders deutlich. Noch im April hatte der Wert mehr als 30 Punkte tiefer gelegen. Die aktuelle Geschäftslage wird mit minus 29,9 Punkten dagegen nach wie vor sehr schlecht bewertet.

Share.
Exit mobile version