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Home » Stellantis verkauft Carsharing-Anbieter an Investor
Mobilität

Stellantis verkauft Carsharing-Anbieter an Investor

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 29, 2026
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Stellantis verkauft Carsharing-Anbieter an Investor

Verkauf von Free2move

Autokonzern gibt sein Carsharing-Angebot ab


29.07.2026 – 14:54 UhrLesedauer: 2 Min.

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Elektroauto von Free2move: Der Autokonzern Stellantis will das Carsharing-Unternehmen loswerden. (Quelle: IMAGO/Horst Galuschka /imago)

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Wieder wechselt ein großer Carsharing-Anbieter den Besitzer. Nach mehreren Zusammenschlüssen kommt die Branche nicht zur Ruhe.

Kaum hat man sich an einen Anbieter gewöhnt, verschwindet er wieder von der Bildfläche – oder taucht mit neuem Logo und frischer App auf: Der Carsharing-Markt bleibt ein Ort für ständige Neuanfänge und überraschende Abschiede. Nun zieht sich ein weiterer großer Name zurück und überlässt das Feld einem Investor, der neue Pläne schmiedet.

Stellantis macht Schluss mit Free2move

Stellantis, der Konzern hinter Marken wie Fiat, Opel und Peugeot, verabschiedet sich aus dem Carsharing. Die hauseigene Plattform Free2move geht an die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares. Noch ist der Deal nicht endgültig besiegelt, doch bis Ende 2026 soll die Übernahme abgeschlossen sein. Free2move betreibt flexible Carsharing-Angebote in 14 Städten in Europa und den USA, darunter mehrere deutsche Großstädte. In Deutschland war Free2move zuletzt durch die Integration von Share Now gewachsen – ein Dienst, der selbst aus der Fusion von Car2Go und DriveNow hervorgegangen war.

Der Verkauf ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Stellantis will sich auf das konzentrieren, was das Unternehmen am besten kann: Autos bauen und verkaufen. Mobilitätsdienste wie Carsharing gelten als Randaktivitäten, die künftig weniger Aufmerksamkeit bekommen. „Indem wir uns stärker auf unser Kerngeschäft im Automobilbereich konzentrieren, stärken wir unsere Fähigkeit, langfristig Erfolge zu erzielen“, sagt Virgilio Cerutti, Head of Business Development & Partnerships bei Stellantis. Für die Nutzer soll sich zunächst wenig ändern – zumindest auf dem Papier.

Branche ist geprägt von Dynamik

Die Geschichte des Carsharings in Deutschland ist sehr wechselhaft. In den 1990er-Jahren starteten stationsbasierte Modelle wie Cambio und Flinkster, damals noch mit Schlüsselbox und Papierkalender. Mit Car2Go mit Daimler als Betreiber begann 2008 das Zeitalter des free-floating Carsharings: Autos, die man per App findet und überall im Geschäftsgebiet abstellen kann.

Die Autohersteller erhofften sich mit ihrem Engagement eine positive Ausstrahlung auf ihre Marke. Die 2010er-Jahre brachten einen Boom, aber auch einen Verdrängungswettbewerb. Car2Go und DriveNow (von BMW) fusionierten zu Share Now, Anbieter wie Multicity und Zipcar zogen sich zurück. 2022 übernahm Stellantis Share Now und integrierte den Dienst in Free2move.

Die Hauptgründe für die Dynamik sind Konsolidierung, Kostendruck und technologische Umbrüche. Während stationsbasierte Anbieter wie Cambio wachsen, schrumpft das free-floating Segment trotz steigender Nutzerzahlen. Die großen Anbieter stehen unter Druck: Hohe Kosten für Fahrzeuge, Versicherung und Wartung lassen die Margen schmelzen. Die große Zeit der Expansion ist bei den meisten Firmen vorbei, stattdessen zählt die Profitabilität.

Hinzu kommen Herausforderungen durch Schäden, Vandalismus und regulatorische Vorgaben. Städte fördern Carsharing, verlangen aber auch emissionsarme Flotten und stellen Anforderungen an Parkflächen. Auch der Wandel in Richtung Elektromobilität bringt Herausforderungen mit sich: Bis 2030 sollen eine Million Ladepunkte entstehen, um den Wandel zur Elektromobilität zu ermöglichen.

Und was passiert nun mit Free2move? Mutares will das Unternehmen als eigenständige Plattform im Mobilitätssektor etablieren und setzt auf Elektrifizierung und Flexibilität. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft ist im Bereich Elektromobilität kein Neuling – 2023 übernahm sie bereits den Ladeinfrastrukturhersteller Efacec. Für den Carsharing-Markt bedeutet der Eigentümerwechsel eine weitere Verschiebung der Kräfteverhältnisse – mit offenem Ausgang.

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