Bedeutende Meerenge
Iran sperrt Straße von Hormus: Droht jetzt der Ölpreisschock?
Aktualisiert am 01.03.2026 – 12:24 UhrLesedauer: 4 Min.
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Im Nahen Osten ist Krieg zwischen Israel und dem Iran ausgebrochen. Nun hat Teheran die Straße von Hormus ins Visier genommen – eine der wichtigsten Schlagadern des globalen Energiehandels.
Im Nahen Osten ist Krieg zwischen den verbündeten Staaten Israel sowie den USA auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite ausgebrochen – und Teheran setzt nun das größte Druckmittel ein: die Straße von Hormus.
Nachdem der Iran die Meerenge nach den Angriffen für gesperrt erklärte, stoppten mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser ihre Fahrten durch die Passage. Händler berichten von stillliegenden Schiffen und Staus vor Häfen wie Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Diese Blockade könnte drastische Folgen für den internationalen Welthandel haben. Auch die deutsche Wirtschaft könnte betroffen sein.
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer. Sie gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Monatlich passieren rund 3.000 Schiffe die Meerenge. Die Fahrrinnen sind jeweils fast zwei Meilen breit und durch eine Pufferzone getrennt.
Täglich nehmen rund 20 Millionen Barrel Öl auf etwa 30 bis 40 großen Tankschiffen diese Route, das entspricht etwa einem Fünftel des weltweiten Bedarfs. Zudem spielt sie besonders im Bereich Flüssigerdgas eine zentrale Rolle: Rund ein Viertel des weltweiten LNG-Handels passiert die Meerenge. Darunter sind insbesondere Exporte aus Katar, die zur Versorgungssicherheit in Europa beitragen.
Nun setzt das Mullah-Regime – beziehungsweise die Übergangsregierung in Teheran – offenbar dieses Nadelöhr als Kriegsmittel ein: Nach Angaben eines Vertreters der EU-Marinemission Aspides haben mehrere Schiffe in der Region eine Funkdurchsage der iranischen Revolutionsgarden erhalten, wonach „kein Schiff die Straße von Hormus passieren darf“.
Die Tankervereinigung Intertanko teilte indes mit, die US-Marine habe vor Fahrten in der gesamten Region gewarnt – Persischer Golf, Golf von Oman, Nordarabisches Meer und Straße von Hormus –, da die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantiert werden könne. Auch Griechenlands Schifffahrtsministerium riet Schiffen, die Region zu meiden. Die britische Marine erklärte hingegen, die iranischen Anweisungen seien nicht rechtsverbindlich, riet aber zu besonderer Vorsicht.
