Weiteres Bundesland hat Sommerferien
Am Brenner drohen jetzt lange Staus
17.07.2026 – 08:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Die wichtigste Alpenroute wird in den Ferien erneut zum Nadelöhr. Warum sich Staus kaum vermeiden lassen – und wie Autofahrer ihre Chancen auf eine entspanntere Fahrt verbessern können.
Wer am Wochenende Richtung Italien aufbricht, sollte vor allem eines mitbringen: Zeit. Mit dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen erreicht die Reisesaison einen weiteren Höhepunkt. Der ADAC, der österreichische Verkehrsclub ÖAMTC und die Autobahngesellschaft Asfinag rechnen auf der Brennerroute mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen. Vor allem am Freitagnachmittag sowie am Samstag und Sonntag müssen Reisende mit längeren Verzögerungen rechnen.
Besonders betroffen ist der gesamte Brenner-Korridor – von Kufstein über Innsbruck bis zum Brennerpass. Wie lange Autofahrer im Stau stehen werden, lässt sich nach Angaben der Verkehrsclubs nicht seriös vorhersagen. Neben der Zahl der Reisenden spielen auch Unfälle oder das Wetter eine Rolle. Der ÖAMTC geht jedoch davon aus, dass Urlauber auf der Strecke über Fernpass und Brenner mindestens eine Stunde verlieren, möglicherweise auch deutlich mehr.
Sanierung der Luegbrücke führt zu Verzögerungen
Hintergrund der anhaltenden Probleme ist die Sanierung der Luegbrücke auf der Brennerautobahn. Die Arbeiten laufen seit 2025 und sollen noch bis 2030 dauern. Im Baustellenbereich ist die Strecke häufig nur einspurig befahrbar. An rund 180 verkehrsreichen Tagen wird die Brücke allerdings zweispurig geöffnet, damit der Verkehr besser fließen kann.
Nach Angaben der Asfinag hat sich dies bewährt. „Mit dem Verkehrsmanagement auf der Luegbrücke ist es uns gelungen, Wartezeiten deutlich im Minuten-Bereich zu halten“, sagte Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl der „Bild“. Gleichzeitig rechnet aber auch die Autobahngesellschaft wegen des hohen Reiseverkehrs mit Verzögerungen auf dem gesamten Brenner-Korridor.
Hohe Belastungen auf der Strecke
Dass die Belastung weiter zunimmt, zeigen auch aktuelle Verkehrszahlen. Der Brenner gilt als wichtigste Nord-Süd-Verbindung über die Alpen und ist sowohl für Urlauber als auch für den Güterverkehr von zentraler Bedeutung. Nach Angaben der österreichischen Autobahngesellschaft Asfinag wurden an der Mautstelle Schönberg im ersten Halbjahr 6,57 Millionen Fahrzeuge gezählt. Das waren 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei Lastwagen fiel der Zuwachs mit knapp 3,6 Prozent sogar noch höher aus.
Die Strecke steht schon seit Jahren unter Druck. Erst vor Kurzem sorgte eine mehrstündige Sperrung des gesamten Brenner-Korridors für erhebliche Behinderungen. Zusätzlich wird die Bahnstrecke über den Brennerpass ab Mitte Juli für zwei Wochen gesperrt. Langfristig soll der Brenner-Basistunnel für Entlastung sorgen. Der Eisenbahntunnel befindet sich jedoch weiterhin im Bau.
So kommen Urlauber bestmöglich durch
Urlauber sollten laut ADAC und ÖAMTC den Samstagvormittag möglichst meiden und stattdessen frühmorgens oder an einem Werktag starten. Vor der Abfahrt lohnt sich zudem ein Blick auf die aktuelle Verkehrslage.
Von kleineren Ausweichstrecken raten die Verkehrsclubs ab. Die Brennerbundesstraße ist häufig ebenfalls überlastet, zudem kontrolliert Tirol die Fahrverbote für den Ausweichverkehr konsequent. Wer unerlaubt durch Ortschaften abkürzt, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Großräumige Umfahrungen über den Gotthard, den San Bernardino oder die Tauernautobahn sind zwar möglich, allerdings sind auch diese Routen in den Ferien oft stark belastet. Auf der Strecke über den Reschenpass kommen zusätzliche Baustellen hinzu.










