Kosten auf 100 Millionen Euro verdoppelt

Volksbad-Sanierung läuft aus dem Ruder – Eröffnung in weiter Ferne


17.07.2026 – 17:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Das historische Volksbad in Nürnberg wird seit 2022 saniert (Archivbild). Nun teilte das Rathaus mit, dass das Projekt zuletzt kurz vor dem Scheitern stand. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)

Das Nürnberger Volksbad wird zum echten Problemfall: Die Eröffnung rückt noch weiter in die Ferne, die Kosten nähern sich dafür der 100-Millionen-Euro-Marke.

Beim Thema Nürnberger Volksbad kann das Rathaus am Freitagnachmittag keine guten Neuigkeiten verkünden: Die Probleme bei der Sanierung sind größer denn je. So ist die Wiedereröffnung des denkmalgeschützten Jugendstilbads nach Angaben der Stadt nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2027 zu erwarten. Zugleich steigen die prognostizierten Gesamtkosten auf rund 90 bis 100 Millionen Euro.

Damit könnte die Sanierung nahezu doppelt so teuer werden, wie zunächst angenommen. Zum Start des Projekts im Jahr 2022 waren noch 56 Millionen Euro veranschlagt worden. Bei einem Rundgang Anfang Mai 2026 war von rund 70 Millionen Euro und einer geplanten Fertigstellung zum Jahresende die Rede gewesen. Von diesem Zeit- und Kostenplan ist inzwischen nicht mehr viel übrig.

Das Nürnberger Volksbad bleibt erst einmal eine Baustelle (Archivbild). Das Schwimmbad soll frühstens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres wiedereröffnen. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Nürnbergs zweiter Bürgermeister, Andreas Krieglstein (CSU), bedauert: „Wir bewegen uns hier in einem Labyrinth. Offensichtlich ist das Projekt schon seit Längerem aus dem Ruder gelaufen“. Krieglstein ist seit Anfang Mai 2026 als Erster Werkleiter von NürnbergBad für das Volksbad-Projekt verantwortet. Die Gründe für die Probleme seien vielschichtig.

Kostenexplosion: Stadt muss bis zu 66 Millionen Euro selbst tragen

Besonders schwer wiegt die Entwicklung für den Nürnberger Haushalt. Weil die Fördermittel nicht im gleichen Umfang wie die Baukosten steigen, muss die Stadt nach aktueller Planung einen Eigenanteil von 56 bis 66 Millionen Euro übernehmen.

In der neuen Kostenschätzung von 90 bis 100 Millionen Euro ist nach Angaben der Stadt bereits ein Risikoaufschlag enthalten. Er soll noch ausstehende Nachträge und mögliche weitere Preissteigerungen bis zum Abschluss der Arbeiten abdecken.

Als Ursachen für die Verzögerungen nennt die Stadt mehrere Faktoren. Das mehr als 100 Jahre alte Volksbad besteht aus acht Gebäudeteilen und gilt als eines der anspruchsvollsten Sanierungsprojekte Nürnbergs. Zahlreiche Schäden und konstruktive Besonderheiten seien erst sichtbar geworden, nachdem Bauteile geöffnet worden waren.

Hinzu kämen zusätzliche Anforderungen des Denkmalschutzes sowie weitere Restaurierungs- und Planungsleistungen. Auch die außergewöhnlich stark gestiegenen Baupreise hätten das Projekt belastet. Die Stadt verweist dabei auf die Energiekrise, höhere Materialpreise und gestiegene Lohnkosten seit der ursprünglichen Kostenberechnung im Jahr 2020.

Vorderansicht des Haupteingangs des Volksbads Nürnberg während der laufenden Sanierungsarbeiten. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann)
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