Ausflug ab Braunschweig

„Ein Stück Norwegen im Harz“: Wandertipp für Winterfans


Aktualisiert am 06.12.2025 – 05:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Tief verschneite Stabkirche (Archivbild): Der Holzbau in Hahnenklee lockt auch im Winter die Wanderer an. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/dk-fotowelt/imago)

Winterzauber im Harz: Dichte Schneedecken lösen bei Wanderern im Mittelgebirge besinnliche Vorweihnachtsgefühle aus. Von Braunschweig aus ist es bis zu einem ansehnlichen Gebäude nicht weit.

Zugeschneit und winterlich: Im Harz lockt die schneebedeckte Landschaft in der Winterzeit die Wanderfans an. Wer aus Braunschweig einen Ausflug in das beliebte Mittelgebirge plant, findet in Hahnenklee-Bockswiese ein Ziel, das mit dichter Schneedecke besonders ansehnlich daherkommt: die Gustav-Adolf-Stabkirche. Zwischen 1907 und 1908 aus heimischem Fichtenholz errichtet, orientiert sich der Bau am norwegischen Vorbild – genauer: an der Stabkirche von Borgund. „Ein Stück Norwegen im Harz“, schreibt der Ortsteil Hahnenklee selbst auf seiner Internetseite. Die Einweihung erfolgte am 28. Juni 1908.

Der hannoversche Konsistorialarchitekt Karl Mohrmann leitete den Bau. Seine Begeisterung für norwegische Stabkirchen brachte er direkt aus Skandinavien mit. Weil der Gottesdienstraum im alten Schulhaus zu klein geworden war, entschied man sich für diese außergewöhnliche Bauform. Die Kirche bietet heute Platz für bis zu 350 Menschen.

Schon von außen wirkt die Stabkirche wie ein Kunstwerk: drei Türme, Drachenköpfe an den Dachreitern und eine Dachkonstruktion, die an ein umgedrehtes Wikingerschiff erinnert. Heidnische Symbole wie Schlangen- und Drachendarstellungen gehören ebenso dazu wie die Anleihen aus dem Schiffsbau: Fenster, die an Bullaugen erinnern, und ein Kronleuchter in Form eines Steuerrads.

Das Besondere: Der Bau kam weitgehend ohne Nägel und Schrauben aus. Dies ist ein traditionelles Merkmal der historischen Stabkirchen. Nur an Dach und Verschalungen wurden unsichtbare Metallverbindungen genutzt. Im Inneren mischen sich Jugendstil und byzantinische Kunst, besonders sichtbar am Altar.

Musikalisch hat die Kirche viel zu bieten, schreibt die Stadt Goslar. Das Turmglockenspiel – ein Carillon aus 49 Bronzeglocken – umfasst vier Oktaven und wird über einen Stockspieltisch mit Händen und Füßen gespielt. Es erklingt regelmäßig samstags um 15 Uhr sowie vor den sonntäglichen Gottesdiensten.

Von Mai bis Oktober finden donnerstagabends Konzerte statt. Orgelmusik, Kammermusik und das Glockenspiel stehen dann auf dem Programm. Der Eintritt ist frei, Spenden helfen bei der Finanzierung. Die Orgel selbst verfügt über 27 Register und ein seltenes Nachtigall-Register.

Die Gustav-Adolf-Stabkirche ist ganztägig zugänglich. Lesungen, klassische Konzerte, Ausstellungen und Gemeindefeste beleben den Ort rund ums Jahr. Viele Paare wählen die Kirche wegen ihrer besonderen Atmosphäre als Hochzeitskirche. Weitere Informationen inklusive Öffnungszeiten und aktueller Veranstaltungen finden Besucher auf den offiziellen Seiten der Tourist-Information sowie der Stabkirche Hahnenklee.

Der gesamte Harz ist ein beliebtes Ausflugsgebiet für Braunschweiger und Menschen aus der Region. Von der Löwenstadt aus sind es rund 65 Kilometer bis zum Professor-Mohrmann-Weg 1 im Goslarer Ortsteil Hahnenklee-Bockswiese, wo die Stabkirche steht. Die Strecke führt über die A36 und B82. Die Fahrt dauert etwas weniger als eine Stunde.

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