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Home » Staat droht durch Verkehrswende 500-Milliarden-Loch
Mobilität

Staat droht durch Verkehrswende 500-Milliarden-Loch

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 22, 2026
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Der versteckte Preis des E-Autos

Deutschland steht vor einem 500-Milliarden-Loch


22.08.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Die neue Steuerlücke: Mit jedem E-Auto schrumpfen die Einnahmen aus Benzin und Diesel. (Quelle: KerstinxKokoska )

Deutschland will mehr Elektroautos auf die Straße bringen. Doch jedes von ihnen verschärft ein Problem, über das Berlin bisher kaum sprechen will.

Die Politik fordert den Umstieg auf den sauberen Antrieb – doch mit jedem Stromer verliert der Staat Geld.

Jahrzehntelang finanzierte sich Deutschlands Straßennetz verlässlich auch über die Einnahmen aus Steuern auf Benzin und Diesel. Zuerst kommt die Energiesteuer, dann die CO2-Abgabe und schließlich die Mehrwertsteuer. Das Ergebnis: Wer heute einen Verbrenner betankt, zahlt jährlich leicht das Zehnfache dessen an den Fiskus, was ein E-Auto-Fahrer zahlt. Denn die Stromsteuer beim Laden beträgt im Schnitt nur 50 Euro pro Jahr.

Auf diese Weise lässt die Verkehrswende eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates versiegen. Dieses Dilemma wird nun politisch sichtbar. Am Ende dieser langen Kette steht eine einfache, aber unbequeme Frage: Wer bezahlt künftig Deutschlands Straßen?

So setzt sich der deutsche Spritpreis zusammen

Der Spritpreis setzt sich aus zwei Blöcken zusammen: Staat und Wirtschaft. Beim Benzin zieht der Fiskus rund 50 bis 55 Prozent des Gesamtpreises ein, beim Diesel sind es etwa 47 Prozent. Diese staatlichen Lasten setzen sich aus der festen Energiesteuer, der CO2-Abgabe, der Bevorratungsabgabe und der Mehrwertsteuer zusammen. Den wirtschaftlichen Teil bestimmen die Rohöl-Einkaufskosten auf dem Weltmarkt sowie die Ausgaben für Raffinerie, Transport und Vertrieb. Der Rest ist Gewinnmarge.

Vor diesem Hintergrund bekommt ein aktueller Steuerstreit mit Brüssel eine besondere Bedeutung. Die EU möchte Strom gegenüber Erdgas steuerlich begünstigen, was sich auch auf die Kosten im Straßenverkehr auswirken würde. Berlin lehnt das in einem Schreiben an die EU-Kommission ab. Der Konflikt berührt eine Frage, die immer wichtiger wird: Wie ersetzt der Staat Einnahmen, wenn Benzin und Diesel als Quelle an Bedeutung verlieren? Das Schreiben soll zumindest den Spielraum bewahren, künftig selbst über neue Verkehrssteuern zu entscheiden.

Die offene Rechnung: Der Staat will saubere Autos, verliert dadurch aber das Geld für die Straßen.Vergrößern des Bildes
Die offene Rechnung: Der Staat will saubere Autos, verliert dadurch aber das Geld für die Straßen. (Quelle: Dirk Sattler via www.imago-images.de)

Wenn die Spritsteuer schwindet

Die deutsche Haltung ist begründet. Während die Energiesteuer auf Kraftstoffe im Jahr 2003 noch fast ein Zehntel aller deutschen Steuereinnahmen lieferte, sind es heute nicht einmal mehr vier Prozent. Sollte sich die Elektrifizierung vollständig durchsetzen, droht langfristig ein massiver Einnahmeausfall. Modellrechnungen des Umweltbundesamtes und der Wirtschaftsweisen ergeben über 25 Jahre eine kumulierte Lücke rund 500 Milliarden Euro.

Offen diskutiert wird die Frage bislang kaum. Auf Anfrage erklärt das Verkehrsministerium lediglich, dass die Bundesregierung derzeit keine eigene Straßenabgabe für Elektroautos plane. Tatsächlich fördert Berlin die Elektromobilität weiterhin mit Kaufprämien und Steuerbefreiungen. Doch Experten mahnen seit Jahren: Ohne neue Einnahmen fehlt langfristig Geld für Straßen, Brücken und den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur.

Wer zahlt die Rechnung?

Ein Blick über die Grenze bestätigt, dass das alte System an seine Grenzen stößt. Andere Industriestaaten stehen vor derselben Herausforderung und testen bereits Ersatzmodelle. So plant Großbritannien ab April 2028 eine zusätzliche Elektroauto-Abgabe, die sich an der Fahrleistung in Kilometern orientiert. Island hat zum Januar 2026 bereits eine fahrleistungs- und gewichtsabhängige Straßennutzungsgebühr für alle Pkw eingeführt und dafür Teile der bisherigen Kraftstoffabgaben ersetzt.

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