Vorwurf der Kindesentführung

Block-Prozess: Spur auf Navi führte Ermittler zu Christina Block

Aktualisiert am 12.03.2026 – 17:56 UhrLesedauer: 3 Min.

Christina Block mit ihrem Verteidiger Ingo Bott im Gerichtssaal: Die Hamburger Unternehmerin bestreitet, die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben zu haben. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)

Nach der Entführung der Kinder von Christina Block fürchtet die Polizei eine Gefährdung der Mutter. Erst später gerät die Unternehmerin selbst in den Fokus der Ermittler.

Im Prozess um die Entführung der beiden Kinder von Steakhaus-Erbin Christina Block hat eine Kriminalbeamtin geschildert, wie die Hamburger Polizei nach der Tat ermittelte. Am 1. Januar 2024 habe sie von der dänischen Polizei den Auftrag erhalten, die Mutter über die Entführung zu informieren, sagte die Zeugin vor dem Hamburger Landgericht.

Zunächst habe man Christina Block weder an ihrer Wohnanschrift noch im zur Familie gehörenden Hotel „Grand Elysée“ antreffen können. Weil es sich um eine vermögende Familie handle, hätten die Ermittler anfangs auch eine mögliche Gefährdung der Mutter in Betracht gezogen, sagte die 33-jährige Kriminalbeamtin.

Fluchtwagen hatten Adresse des „Grand Elysée“ gespeichert

Ein Tatverdacht gegen Block sei erst später aufgekommen. In den Navigationsgeräten zweier Mietwagen, die mutmaßliche Entführer am Hamburger Flughafen zurückgegeben hatten, fanden Ermittler die Adresse des Hotels „Grand Elysée“. Erst diese Spur habe dazu geführt, dass die Unternehmerin stärker in den Fokus der Ermittlungen geriet.

Die beiden Kinder, damals 10 und 13 Jahre alt, waren in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark entführt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen brachten die Täter sie zunächst auf einen Bauernhof in Baden-Württemberg. Von dort holte Christina Block sie nach eigenen Angaben später nach Hamburg.

Der 52-Jährigen wird vorgeworfen, eine israelische Sicherheitsfirma mit der Entführung beauftragt zu haben. Die Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block bestreitet dies. Sie führt seit Jahren einen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten ihrer vier gemeinsamen Kinder.

Block-Anwalt sieht seine Mandantin entlastet

Blocks Verteidiger Ingo Bott wertete die Aussage der Kriminalbeamtin als entlastend für seine Mandantin. Block habe die Silvesternacht im Hotel gefeiert und anschließend zu Hause geschlafen.

„Das widerspricht einem Tatplan“, sagte der Anwalt. Die Polizei hätte sie am Morgen des 1. Januar antreffen können. „Es hätte all das nicht funktionieren können, wenn die Polizei ihren Job gemacht hätte.“

In dem Prozess gibt es sechs Mitangeklagte. Dazu gehört auch Christina Blocks Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling (66). Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe vor. Delling bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben.

Nach Angaben einer Kriminalbeamtin telefonierte die Polizei am Neujahrstag mehrfach mit ihm. Delling sagte demnach, er habe Christina Block nach der Silvesterfeier nach Hause gefahren. Wo sie sich anschließend aufhielt, wisse er nicht. Er bot jedoch an, mit einem Zweitschlüssel zu ihrem Haus zu fahren und dort gemeinsam mit der Polizei nachzusehen.

Eine weitere Kriminalbeamtin berichtete vor Gericht, sie habe am Nachmittag im Haus von Christina Block nach möglichen Kampfspuren suchen sollen. Delling kam gemeinsam mit dem Anwalt der Block-Familie, Andreas Costard, zu dem Anwesen. Der Anwalt erlaubte den Polizeibeamten, das Haus zu überprüfen.

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