Nächster Dämpfer für Autofahrer

Tankstellenverband: Spritpreis könnte über 2,50 Euro steigen


10.03.2026 – 11:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Abzock-Verdacht: Steigen die Preise in Deutschland nur deshalb so stark, weil die Konzerne den Markt austesten? (Quelle: Christophe Gateau/dpa/dpa-bilder)

Die Autofahrer in Deutschland müssen sich auf drastisch steigende Kosten einstellen. Der Tankstellen-Interessenverband befürchtet, dass die Mineralölkonzerne nun Grenzen austesten werden.

Angesichts des zeitweise auf über 100 Dollar gestiegenen Ölpreises rechnet der Tankstellen-Interessenverband (TIV) mit einer massiven Teuerung an den Zapfsäulen. TIV-Sprecher Herbert Rabl sagte der „Rheinischen Post“, er befürchte, dass die Ölkonzerne die Preise sogar noch stärker erhöhen könnten, als die Rohölkosten es rechtfertigen würden.

„Auch 2,50 Euro und sogar mehr pro Liter sind am Ende denkbar“, so Rabl. Die Vermutung liege nahe, dass die Konzerne am deutschen Markt austesten wollten, welche Preise durchsetzbar seien. Laut dem Verband sind die Spritpreise in der vergangenen Woche nirgendwo in Europa so stark gestiegen wie in Deutschland.

Trotz der Rekordpreise profitieren die Tankstellenbetreiber laut TIV nicht von der Situation. Die Pächter erhalten lediglich eine Provision von ein bis zwei Cent pro Liter, müssen aber den Unmut der Kunden abfangen. Zudem belaste die Situation das wichtige Shop-Geschäft, das rund 60 Prozent der Einnahmen ausmacht, da die hohen Spritkosten die Kauflaune der Verbraucher trüben.

Der Verband kritisiert zudem das Vorgehen der Bundesregierung. Rabl vermutet, dass die Konzerne von der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) keine Konsequenzen zu fürchten haben. Zwar hatte Reiche eine Prüfung durch das Kartellamt angekündigt, um zu klären, ob die Preissprünge infolge des Iran-Kriegs ausgenutzt werden, doch dem TIV geht das nicht weit genug.

Der Verband regt stattdessen ein Regulierungsmodell nach österreichischem Vorbild an. Dort dürfen Mineralölkonzerne die Preise nur einmal am Tag erhöhen; Senkungen sind hingegen jederzeit möglich. Zum Vergleich: In Österreich liegt der Spritpreis aktuell bei rund 1,70 Euro.

Einige Anbieter sind deutlich billiger als andere. Am wenigsten zahlen Autofahrer derzeit bei Elan, dicht gefolgt von Classic und Hem. Hier sind die derzeit günstigsten Marken in Deutschland (Stand: Dienstag, 10 Uhr).

Derzeit staunen Autofahrer vor allem über die hohen Dieselpreise. Der Hintergrund: Diesel reagiert viel empfindlicher auf Krisen als Benzin. Erstens muss Deutschland riesige Mengen Diesel importieren. Zweitens benötigt die Industrie den Kraftstoff aktuell als Ersatz für das knapp gewordene Flüssiggas aus Katar. Das treibt den Preis. Benzin hingegen wird fast ausschließlich im Verkehr genutzt, sodass die Nachfrage stabil bleibt.

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