Steigende Spritpreise, günstigere Batterien
So hoch fällt der Kostenvorteil von E-Autos aus
07.09.2026 – 12:32 UhrLesedauer: 2 Min.
E-Autos werden im Vergleich zu Verbrennern zunehmend günstiger im Betrieb. Eine neue Studie zeigt, wie groß der Unterschied inzwischen ist – und warum er weiter wächst.
Wer nach einem neuen Auto schaut, achtet meist zuerst auf den Kaufpreis. Doch das ist nur ein Teil der Rechnung: Danach fallen Versicherung und Steuer sowie Wartungskosten an – und jeder gefahrene Kilometer kostet weiter Geld, für Benzin, Diesel oder Strom.
Gerade bei diesen laufenden Kosten wird der Abstand zwischen Elektroautos und Verbrennern größer. Eine neue Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT) zeigt, wie hoch der Kostenvorteil von E-Autos inzwischen ist.
2025 war das Fahren eines batterieelektrischen Autos demnach im Schnitt 33 Prozent günstiger als die Nutzung eines vergleichbaren Verbrenners. Das ICCT führt den Unterschied vor allem auf hohe Kraftstoffkosten zurück. In diesem Jahr dürfte sich die Rechnung weiter zugunsten der Elektroautos verschoben haben. Nach Angaben des ICCT sind die Energiekosten für Verbrenner infolge der durch den Irankrieg gestiegenen Ölpreise um zwölf bis 36 Prozent gestiegen. Die entsprechenden Kosten für Elektroautos seien dagegen „weitgehend unverändert“ geblieben.
Am 2. September 2026 kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,215 Euro. Damit übertraf der Preis den bisherigen Höchststand von 2,203 Euro aus dem März 2022. Allerdings handelt es sich um einen nominellen Rekord: Inflationsbereinigt war Benzin beispielsweise 2012 bereits teurer.
So kommt der Kostenvorteil zustande
Berechnet hat das ICCT die Werte für Elektroautos, deren Strom sowohl aus privaten als auch aus öffentlichen Ladestationen stammt. Der Kostenvorteil setzt also nicht voraus, dass ausschließlich günstig zu Hause geladen wird.
Neben den laufenden Kosten hat sich nach Angaben des ICCT auch bei den Fahrzeug- und Batteriepreisen einiges bewegt. Zwischen 2020 und 2025 sanken die realen Kaufpreise von Elektroautos demnach um 18 Prozent. Noch stärker gingen die Batteriekosten zurück: Das ICCT beziffert den Rückgang auf 35 Prozent.
„Diese Einsparungen sind kaum zu übersehen“, erklärte ICCT-Forscherin Marie Rajon Bernard. Sie geht davon aus, dass sich batterieelektrische Fahrzeuge in Europa in den kommenden Jahren weiter verbreiten werden, sofern die derzeitige Politik beibehalten wird.
Beim Kauf bleibt der Verbrenner günstiger
Das bedeutet allerdings nicht, dass Elektroautos beim Händler bereits günstiger sind als vergleichbare Verbrenner. Nach Berechnungen des CAR-Instituts lag der Abstand der durchschnittlichen Transaktionspreise im August bei 2.249 Euro. Im Vormonat waren es 2.363 Euro. Ende 2025 war der Unterschied allerdings noch deutlich kleiner: Im Dezember betrug er 1.328 Euro. Als Transaktionspreis berechnet das Institut den Listenpreis abzüglich der ermittelten Rabatte.
Damit entwickeln sich Batterie- und Fahrzeugpreise bislang unterschiedlich schnell. Auch ICCT-Europa-Chef Peter Mock verweist darauf: Die Fahrzeugpreise seien „nicht so schnell gesunken wie die Batteriekosten“. Dies deute darauf hin, „dass es in den kommenden Jahren noch Spielraum für weitere Preissenkungen bei Elektroautos gibt“.
Für die europäischen Hersteller sieht Mock darin einen wichtigen Zeitpunkt. Sie müssten ihre Investitionen in die Elektrifizierung „aufrechterhalten und ausbauen“, erklärte er. Zugleich erwartet er stärkeren Konkurrenzdruck: „Der Wettbewerb auf diesem Markt wird sich verschärfen.“
