Steigende Spritpreise
Handwerksverband fordert Gewerbediesel
Aktualisiert am 07.04.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Handwerk fordert eine gezielte Entlastung bei den Spritkosten. ZDH-Präsident Jörg Dittrich schlägt dafür ein Modell nach dem Vorbild des Agrardiesels vor.
Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, fordert eine steuerliche Entlastung für gewerblich genutzten Diesel. Im Interview mit t-online sprach er sich für einen „Gewerbediesel nach dem Vorbild des Agrardiesels“ aus. Damit könnte Diesel für Unternehmen ähnlich wie in der Landwirtschaft teilweise steuerlich entlastet werden. „In der aktuell derart angespannten wirtschaftlichen Lage geht es darum, wie wir unseren wirtschaftlichen Kern erhalten“, sagte Dittrich. „Die Belastbarkeit unserer Wirtschaft ist nicht unendlich. Das Immunsystem gegenüber Krisen ist aufgebraucht.“
Hintergrund sind die stark gestiegenen Energie- und Spritpreise infolge des Krieges im Nahen Osten. Nach ADAC-Angaben kostete Diesel am Dienstagmittag im bundesweiten Durchschnitt erstmals mehr als 2,50 Euro pro Liter. Dittrich sagte, der aktuelle Energiepreisschock sei „dieses Mal schlimmer als in der Ukraine-Krise“ und schlage „in alle Bereiche durch“. Auf das Handwerk kämen „erhebliche Kostensteigerungen“ zu, „egal, ob Logistikkosten oder Rohstoffpreise in den Lieferketten“. Viele Betriebe seien auf Transporter, Maschinen und tägliche Fahrten zu Kunden angewiesen.
Als Vorbild nennt Dittrich den Agrardiesel. In der Landwirtschaft wird die Energiesteuer auf Diesel auf Antrag teilweise nachträglich erstattet. Ein ähnliches Modell könne aus Sicht des Handwerks auch Betriebe mit hoher Fahrleistung entlasten. Dittrich verwies darauf, dass viele Unternehmen schon jetzt stark von den höheren Kosten betroffen sind. „Niemand wartet mehr ab, alle Betriebe reagieren sofort, ziehen Angebote zurück oder kündigen Aufträge“, sagte er. Deshalb solle die Regierung eine Entlastung für gewerblich genutzten Diesel prüfen.
