Neues Zweijahreshoch
Politiker wütet über Sprit-„Abzocke“
Aktualisiert am 03.03.2026 – 06:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Iran-Konflikt macht sich auch an den Zapfsäulen bemerkbar. Aber ist das überhaupt möglich? Ein Politiker findet drastische Worte.
Das Tanken wurde am Wochenende deutlich teurer. Super E10 verteuerte sich um 1,6 Cent, Diesel um 1,3 Cent. Am Montag stiegen die Preise für Benzin und Heizöl noch kräftiger.
Aus der SPD kommt scharfe Kritik an Tankstellenbetreibern, die wegen des Iran-Kriegs die Spritpreise erhöht haben. „Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!“, sagte der Sprecher der realpolitisch orientierten SPD-Seeheimer, Esra Limbacher. Benzin und Diesel, die jetzt verkauft würden, seien überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden. Einfach in Erwartung steigender Preise schon jetzt Aufschläge zu verlangen, sei nicht akzeptabel.
Zwischen Rohölmarkt und Zapfsäule lägen normalerweise mehrere Wochen Verzögerung, betonte Limbacher. „Es ist inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden.“ Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, müsse das auch mit sinkenden Preisen tun.
Der Preisanstieg könnte sogar noch weiter gehen: „Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten“, sagt Laberer. Erst wenn sich die Lage am Golf beruhigt, ist Besserung in Sicht.
Hoffnung macht die Opec+: Das Kartell will künftig mehr Öl fördern. Doch Autofahrer müssen geduldig sein. Laberer weiß: Steigende Ölpreise geben die Konzerne sofort weiter – sinkende Preise erst mit Verspätung.
So teuer war das Tanken seit fast zwei Jahren nicht mehr: Am Sonntag kostete der Liter Super E10 im Schnitt 1,794 Euro, Diesel 1,759 Euro. Für E10 ist das der höchste Stand seit Mai 2024, für Diesel seit April 2024. Klettern die Preise am Montag wie erwartet weiter, droht bei Diesel sogar ein Rekordwert: der teuerste Sprit seit 2023.
Beim Heizöl ist der aktuelle Preisanstieg deutlich stärker. So gab das Internetportal Heizoel24 den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit über 120 Euro pro 100 Liter an. Noch am Freitag lagen die Preise deutlich unter 100 Euro. Am Montag entwickelten sich die Preise allerdings sehr dynamisch. Zudem verzeichnete die Seite bereits am Samstag und Sonntag eine sehr hohe Nachfrage nach Heizöl.
