ADAC attackiert Kartellamt
Der 12-Uhr-Check: So hoch schießen die Spritpreise
08.04.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
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Punkt Mittag schießen die Preise an Deutschlands Zapfsäulen in die Höhe. Während der ADAC dem Bundeskartellamt „Untätigkeit“ vorwirft, dämpft die Bundesregierung jede Hoffnung auf eine schnelle Entspannung.
Es ist der achte Tag der neuen 12-Uhr-Regelung, und das Bild an den Tankstellen gleicht einem bizarren Ritual: Bis kurz vor Mittag bilden sich lange Schlangen an den Zapfsäulen. Nur Minuten später herrscht bei massiv gestiegenen Preisen gähnende Leere.
Aktuelle Beobachtungen zeigen das Ausmaß der Preissprünge:
Ein Vergleich des ADAC belegt den massiven Preisanstieg zwischen 11.45 Uhr und 12.15 Uhr. Demnach verteuerte sich Super E10 im bundesweiten Durchschnitt um 5,7 Cent auf 2,208 Euro pro Liter. Bei Diesel fiel der Anstieg mit durchschnittlich 5,3 Cent auf 2,471 Euro ähnlich heftig aus.
Der ADAC übt angesichts dieser Entwicklung massive Kritik. „Die Politik hat das Bundeskartellamt mit höheren Befugnissen ausgestattet. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass davon nicht Gebrauch gemacht wird“, erklärte Karsten Schulze, Technik- und Verkehrspräsident des Autoclubs.
Der Vorwurf: Die Mineralölkonzerne würden die mangelnde Flexibilität bei den Preisanpassungen ausnutzen, um „deutliche Risikoaufschläge“ zu erwirtschaften. Damit hätten sich die Spritpreise vollständig vom eigentlichen Ölmarkt abgekoppelt. Ohne ein hartes Eingreifen der Behörden bleibe das neue Modell „zahnlos“.
Das Bundeskartellamt weist die Vorwürfe der Untätigkeit zurück. Ein Team überwache die Preise „mit hoher Priorität“ in Echtzeit. Erste Ermittlungen liefen bereits. Dabei gehe es vor allem um technische Verstöße, etwa wenn Preiserhöhungen mit wenigen Minuten Verspätung gemeldet wurden. Laut der Behörde begründe ein bloßer Preisanstieg noch keinen Kartellrechtsverstoß, solange kein Beweis für mangelnden Wettbewerb vorliege.
Zwar sank der Ölpreis in der Nacht zum Mittwoch aufgrund einer angekündigten Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, doch an den Tankstellen wird sich das so schnell nicht bemerkbar machen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille warnte vor einer falschen Erwartungshaltung:
Für den ADAC ist das Abwarten der Regierung nicht länger hinnehmbar. Während andere EU-Staaten bereits gehandelt hätten, müsse Deutschland nun den Steueranteil auf Kraftstoffe deutlich reduzieren, um die Bürger wirksam zu entlasten.











