Vor zwei Jahren hatten die Bauern in Deutschland gegen die Streichung der Subventionen für Agrardiesel mobil gemacht.
Negative Folgen fürchtete auch der Handelsverband Deutschland (HDE). Der Krieg könnte die ohnehin schwache Konsumstimmung weiter verschlechtern, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Die Verunsicherung durch die internationalen Krisen und Konflikte steigt immer weiter. Das ist Gift für den Konsum.“ Die globalen Lieferketten des Einzelhandelshandels sind laut HDE aktuell nicht betroffen. Die großen Reedereien hätten ihre Routen bereits seit den Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen 2023 angepasst.
Die Chemieindustrie ist unmittelbar vom Krieg in der Golfregion betroffen, weil die meisten Chemieprodukte Öl als Vorprodukt brauchen. Auch Methanol und Ammoniak werden in der Golfregion produziert und nach Deutschland geliefert. Steigende Preise wirken sich also direkt auf die Chemieproduktion aus.
Lieferketten-Experte Marc Kloepfel sagte der Nachrichtenagentur AFP, zwar gebe es Puffer in Lagern und auch noch andere Liefergebiete. Die Preissteigerungen und eine mögliche Knappheit von für die Kunststoffherstellung nötigen Chemikalien könnten sich laut Kloefel aber auf die gesamte Automobilindustrie, die Verpackungsindustrie und „überall dort, wo Kunststoff verarbeitet wird“, auswirken.
Laut dem Handelsanalyseunternehmen Kpler werden etwa 33 Prozent der weltweiten Düngemittel, darunter Schwefel und Ammoniak, über die Straße von Hormus transportiert. Diese Düngemittel werden in Katar, Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Frachtschiffe verladen und haben verschiedene Zielorte, darunter Indien, China und Brasilien. „Es gibt keine praktikablen Alternativen“ zum Transport über den Golf, erklärte Kpler in einer früheren Analyse und wies darauf hin, dass „die Landwege durch die Kapazitäten von Pipelines und Lkw begrenzt sind“.
