Der 12-Uhr-Check
Tanken wird endlich billiger
09.04.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer am Donnerstag tankt, zahlt weniger als am Vortag. Besonders Diesel wurde günstiger. Dennoch bleibt das Tanken eine Frage des Timings: Punkt 12 Uhr schießen die Preise in die Höhe.
Die Lage an den deutschen Zapfsäulen hat sich leicht entspannt. Wer nach 12 Uhr tankte, zahlte im Durchschnitt 2,23 Euro für einen Liter Super, 2,17 Euro für einen Liter Super E10 und 2,40 Euro für einen Liter Diesel. Damit kosten Benzin und Diesel weniger als noch am Mittwoch. Gestern lagen die Preise zur gleichen Zeit um zwei Cent (Benzin) bis fünf Cent (Diesel) höher.
Dennoch erleben Autofahrer auch am Donnerstagmittag das inzwischen tägliche Preis-Rodeo. Um 11.50 Uhr kostete der Liter Super 2,15 Euro, E10 lag bei 2,09 Euro und Diesel bei 2,33 Euro. Nur zehn Minuten später, pünktlich um 12 Uhr, hoben die Tankstellen die Preise um bis zu acht Cent an. Wer die Mittagspause zum Tanken nutzt, zahlt also drauf. Nur wer kurz vor zwölf Uhr an die Zapfsäule fährt, spart wirklich.
Das Bundeskartellamt beobachtet dieses Gebaren kritisch. Präsident Andreas Mundt fordert im „Handelsblatt“ ein schnelles Umsteuern. Da die Rohölpreise fielen, müssten die Konzerne diese Entlastung nun zügig weitergeben.
Am Mittwoch kritisierte wiederum der ADAC die Behörde scharf. „Die Politik hat das Bundeskartellamt mit höheren Befugnissen ausgestattet. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass davon nicht Gebrauch gemacht wird“, erklärte Karsten Schulze, Technik- und Verkehrspräsident des Autoclubs.
Bisher folgen die Tankstellen einem Muster: Steigen die Kosten für Rohöl, klettern die Preise sofort. Sinken die Kosten, verharren die Preise oft tagelang auf hohem Niveau. Die Politik diskutiert deshalb bereits über Steuersenkungen oder einen neuen Tankrabatt.
Der Vorwurf: Die Mineralölkonzerne würden die mangelnde Flexibilität bei den Preisanpassungen ausnutzen, um „deutliche Risikoaufschläge“ zu erwirtschaften. Damit hätten sich die Spritpreise vollständig vom eigentlichen Ölmarkt abgekoppelt. Ohne ein hartes Eingreifen der Behörden bleibe das neue Modell „zahnlos“.
Ob die Preise weiter fallen, ist offen. Zwar gab der Ölpreis (Dated Brent) am Mittwoch nach, doch an den Börsen ziehen die Preiserwartungen für künftige Lieferungen bereits wieder an. Für Autofahrer bedeutet das: Eine dauerhafte Beruhigung ist vorerst nicht in Sicht.











