Spinnengattung nach David Bowie benannt: Hommage zum 75. Geburtstag

Die Bowies leben weitverstreut über zwei Kontinente, in Südostasien und Australien. Bowie ziggystardust, Bowie majortom und Bowie heroes sind im Nordwesten des Verbreitungsgebiets heimisch, Bowie teenagewildlife und Bowie chinagirl in der Mitte, Bowie lazarus und Bowie blackstar im Südosten. Kenner des Œuvres von David Bowie werden sofort bemerken, dass die geographische Verteilung unterschiedliche Schaffensperioden des 2016 verstorbenen Pop-Chamäleons widerspiegelt.

Verglichen mit ihrem Namensgeber wirken die fernöstlichen Bowies jedoch ziemlich unglamourös. Sie sind graubraun, messen allenfalls wenige Zentimeter, haben acht Beine und gehören zur Familie der Kammspinnen, ebenso wie die hochgiftige Brasilianische Wanderspinne. So aggressiv wie die südamerikanische Verwandtschaft sind die neu entdeckten Vertreter vermutlich nicht – sonst hätte Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger ihnen als Gattungsbezeichnung kaum den Nachnamen seines Musikidols verliehen.

Über Nina Hagan, Loriot und Greta

Seine Verehrung für das britische Multitalent hatte den Forscher schon 2008 veranlasst, eine von ihm beschriebene Riesenkrabbenspinnenart auf den Namen Heteropoda davidbowie zu taufen. Nun, zu Bowies 75. Geburtstag, fühlt Jäger sich berufen, ihn noch umfangreicher zu würdigen: Gleich eine ganze Gattung der Kammspinnen mit nicht weniger als 54 Arten widmet er dem Andenken des Künstlers und dessen Kompositionen.

Damit erhebt er sein Idol noch über Persönlichkeiten wie Nina Hagen, Loriot und Greta Thunberg, die Jäger ebenfalls schon als Namenspaten für von ihm aufgespürte Gliedertiere herangezogen hat. Seinen Hang zur Promi-Nomenklatur begründet der Biologe außer mit persönlichen Vorlieben auch aufmerksamkeitsökonomisch: „Wir schützen nur, was wir kennen – und ein attraktiver Name bleibt eher in Erinnerung.“

Keine Spinne: Superstar David Bowie.


Keine Spinne: Superstar David Bowie.
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Bild: AFP

Menschen, die glauben, ihr eigener Name entfalte eine Strahlkraft, die jener von Ziggy Stardust mindestens gleichkommt, können ihn über das Patenschaftsprogramm BIOPAT gegen eine Spende von mindestens 2600 Euro einem Tier oder einer Pflanze verleihen. Das sollte für mehr als die 15 Minuten Berühmtheit reichen, die Bowies Zeitgenosse Andy Warhol einst jedem Erdenbürger in Aussicht gestellt hatte. Dem Pop-Art-Meister hat Bowie 1971 übrigens auch einen Song gewidmet. Falls Jäger also demnächst im asiatischen Dschungel wieder fündig wird: Bowie andywarhol wäre noch frei.

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