18 Schüsse auf Pflegedienst-Chef

Spektakuläre Wende in Mordfall


Aktualisiert am 25.02.2026 – 12:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Tötungsdelikt in Dortmund

Einsatzkräfte am Tatort in Dortmund-Wambel: Der ursprünglich Verdächtige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. (Quelle: Justin Brosch/dpa/dpa-bilder)

In einem ruhigen Dortmunder Wohngebiet zerreißen Schüsse den Abend. Ein Mann stirbt, ein anderer wird festgenommen. Nun erfährt der Fall eine deutliche Wendung.

Im Mordfall Jimmy N. ist der ursprünglich festgenommene 24-Jährige wieder frei. Dafür befindet sich jetzt sein Vater in U-Haft. Die Polizei nimmt an, dass er am vergangenen Samstag gegen 20 Uhr in einem Dortmunder Wohngebiet seine Waffe auf N. gerichtet und das Magazin leer geschossen hat. 18 Kugeln flogen in Richtung des Opfers, 15 davon trafen den 26-Jährigen. N. sackte tödlich getroffen zusammen.

In Verdacht geriet nach einer Zeugenaussage zunächst der Sohn des jetzt festgenommenen Mannes. Doch eine Handyüberprüfung ergab: Er war zur Tatzeit wohl gar nicht vor Ort. Staatsanwältin Maribel Andersson sagte am Mittwoch t-online: „Damit ist er eigentlich raus“.

Stattdessen geriet sein Vater in den Fokus. Er könnte aus Eifersucht getötet haben: Bei dem Opfer handelt es sich um den neuen Mann seiner Ex-Frau. Die heute 51-Jährige hatte sich vor Jahren von dem Verdächtigen getrennt. Mit ihrem jungen Partner hatte sie einen Pflegedienst gegründet und geleitet.

Der 55-Jährige stellte seiner Ex-Frau unterdessen nach und bedrohte sie. Dafür erhielt er laut Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe.

Möglicherweise steigerte sich der Mann immer weiter in seinen Wahn hinein. Noch vor Kurzem habe er seinem Sohn gesagt, Jimmy N. und seine Ex-Frau hätten die Familie zerstört, so Staatsanwältin Andersson. Weitere Zeugen machten ähnliche Aussagen.

Zudem ist es laut Staatsanwaltschaft denkbar, dass der 55-Jährige psychiatrisch erkrankt ist. Hinweise darauf würden nun geprüft, sagte Staatsanwältin Andersson.

Wie die Polizei am Mittwoch bekanntgab, führten die Ermittlungen gegen den 55-Jährigen bereits am Montag zum Erfolg. Der Verdächtige wurde in seinem Auto festgenommen. Am Dienstag erließ ein Haftrichter Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes. Ein wesentlicher Schlüssel fehlt in dem Fall allerdings noch immer: Bisher konnten die Ermittler keine Tatwaffe finden.

Share.
Exit mobile version