„Neuer Alpinismus-Höhepunkt“
Bergsteiger stellt einsamen Mount-Everest-Rekord auf
27.02.2026 – 17:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann ist auf dem Gipfel angekommen, er reckt die Faust empor. Später bekommt er Post – und wundert sich.
Der 45 Jahre alte Pole Piotr Krzyżowski hat einen einsamen Rekord aufgestellt: Er bestieg zunächst einen Nachbargipfel des Mount Everest, dann kletterte er kurz entschlossen auch noch auf den höchsten Berg der Welt selbst. Von Gipfel zu Gipfel brauchte er bloß einen Tag, 23 Stunden und 22 Minuten. Diese Leistung vollbrachte er ohne zusätzlichen Sauerstoff und ohne Hilfe von Sherpas.
Die Leistung wird im direkten Vergleich noch erstaunlicher: Bisheriger Rekordhalter war der Chilene Juan Pablo Mohr Prieto. Er hatte 2019 knapp fünf Tage länger benötigt, um vom 8.516 Meter hohen Lhotse auf den 8.848 Meter hohen Mount Everest zu kommen, wie es auf der Seite des Guinness-Buchs der Rekorde heißt.
Krzyżowski erbrachte seine Rekordleistung, wie er selbst sagt, einigermaßen spontan. Eigentlich wollte er nur auf den Lhotse, wenngleich er den Everest-Nachschlag schon im Hinterkopf gehabt habe. Statt vom Lhotse-Gipfel ins Basislager abzusteigen, kletterte er über die Lhotse-Flanke zum Südsattel, rastete dort und startete in der Nacht Richtung Everest-Gipfel, schreibt das Klettermagazin „Lacrux“.
Womit der Bergsteiger nicht gerechnet hätte: Dass dieser Rekord nun auch im Guinness-Buch der Rekorde zu finden ist. Denn die Tour hatte Krzyżowski bereits im Mai 2024 hinter sich gebracht. Jetzt erst bekam er Post vom Guinness-Buch mit einer Urkunde.
„Zuerst dachte ich, es handele sich um einen Scherz meiner Kollegen“, schreibt er in einem Instagram-Beitrag. Denn Krzyżowski hatte seinen Erfolg nie gemeldet. Das hatte für ihn ohne sein Wissen sein Freund Chhang Dava Sherpa, Inhaber der Agentur Seven Summit Treks, getan. Und nach der Prüfung durch die Mitarbeiter des Guinness-Buchs ist der Rekord jetzt offiziell. Seven-Summit-Treks-Chef Chhang Dawa Sherpa nennt die Leistung voller Hochachtung „einen neuen Höhepunkt minimalistischen, autarken Alpinismus“.
