Spaniens Blamage bei der WM
Das ging nach hinten los
16.06.2026 – 09:01 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Europameister bringt es fertig, gegen den WM-Neuling trotz klarer Überlegenheit kein Tor zu erzielen. Wo liegen die Gründe für die spanische Blamage?
Spanien gilt gemeinhin als einer der Mitfavoriten bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Umso überraschender, dass es dem amtierenden Europameister am Montag nicht gelang, wenigstens einen Treffer gegen den Fußball-Zwerg Kap Verde zu erzielen. Auf gewisse Weise erinnerte der Auftritt und das schwache 0:0 sogar an die Zeiten vor Cheftrainer Luis de la Fuente.
Spanien verbuchte zum Schlusspfiff in Atlanta 72 Prozent Ballbesitz und 27 Schüsse. Jedoch ging nur rund jeder Vierte dieser Schüsse auf das Tor des 40-jährigen kapverdischen Schlussmanns Vozinha. Stattdessen lief sich Spanien an einer erwartungsgemäß dichten Verteidigung fest. Das Team des afrikanischen Inselstaates staffelte sich vor dem Strafraum in einem 4-5-1 oder 5-4-1, weil meist der ballnahe Außenspieler direkt mit zurückfiel und die letzte Verteidigungslinie unterstützte.
Spanien läuft sich bei WM-Blamage fest
Kam Spanien einmal in die Nähe des Sechzehners, stellte Kap Verde meist neun Feldspieler direkt in den Gefahrenbereich und brachte so eine große Masse in die potenziellen Schussbahnen. Spanien ließ mal um mal den Ball um den gegnerischen Defensivblock zirkulieren, penetrierte aber zu selten die mittigen Zonen.
Im Video | Nach Spanien-Remis brechen alle Dämme
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Der spanische Mittelfeldanker Rodri – bekannt für seine offenherzigen Interviews – sprach im Nachgang davon, dass es nicht an der Physis, sondern an der mangelnden „Finesse“ seines Teams lag. Aber klar ist auch: So richtig schien man keinen Plan zu haben, wie man die Verteidigung auseinanderziehen wollte, um etwa Mittelstürmer Mikel Oyarzabal an den Ball zu bekommen. Dieser hatte in den ersten 30 Minuten keinen einzigen Ballkontakt – am Ende kam er auf 25.
Wo Rodri sicherlich richtig liegt, ist das Ausspielen von punktuellen Situationen, in welchen ein freier Mann im vorderen Halbraum wartete, aber der Pass etwas zu ungenau, zu scharf oder zu schwach kam. Gerade in den letzten 20 Minuten der Partie gab es hier und da kleinere Lücken im Defensivverbund von Kap Verde, welches kurz vor Schluss nach einer Standardsituation selbst zum ersten Schuss aufs Tor kam. Hätte Verteidiger Diney Borges da getroffen, wäre es eine Sensation für die Geschichtsbücher geworden.











