Unai Simón (Athletic Bilbao, Marktwert rund 28 Millionen Euro): Die medial wohl umstrittenste Position der Spanier ist die des Torhüters. Für Trainer De la Fuente ist jedoch klar, Unai Simón hat sein Vertrauen. Das stößt bei einigen Fans und Medien auf Unverständnis, da er womöglich zwei Torhüter, die statistisch eine bessere Saison spielen, draußen lässt. Joan García und David Raya müssen also wahrscheinlich auf der Bank verweilen. Schwer zu glauben, dass der Trainer seine Meinung bis zur WM noch ändert, sollte Simon das Vertrauen jedoch nicht mit Leistung zurückzahlen können, wird die Unruhe um die Position nicht leiser.
Nachdem der spanische Fußballverband sich nach dem Ausscheiden im Achtelfinale der WM 2022 endgültig von Luis Enrique getrennt hatte, installierten sie Luis de la Fuente als langfristige Lösung. Erfahrung brachte der heute 63-Jährige genug mit. Sowohl als Spieler als auch als Trainer war er in der La Liga für Athletic Bilbao und Deportivo Alavés im Einsatz, ehe er dann für mehr als zehn Jahre in der Jugendabteilung Spaniens aktiv war.
Auch Erfahrungen als Trainer vor einem Weltpublikum hat Luis de la Fuente zu bieten. Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 2021 führte er das Aufgebot der Spanier bis ins Finale. In diesem unterlagen sie knapp Brasilien. Seit der Ernennung zum Cheftrainer der A-Nationalmannschaft 2023 stabilisierte er „La Roja“ zunehmend und erlebte mit dem EM-Titel 2024 seinen persönlichen Karrierehöhepunkt.
De la Fuente blieb weiterhin in den Grundstrukturen 4-2-3-1 und 4-3-3. Systeme, die insgesamt sehr flexibel sind und dadurch gut an den jeweiligen Gegner angepasst werden können. Dennoch ist eine Entwicklung weg von dem typisch spanischen „Tiki-Taka“-Fußball zu erkennen, der sich besonders durch Ballbesitz und Spielkontrolle durch ein schnelles und direktes Kurzpassspiel auszeichnet. In der Grundidee ist Spanien aber immer noch auf Ballbesitz fokussiert, nach Ballgewinn soll es jedoch schnell in die Tiefe gehen. Die Außenspieler wie Yamal und Williams werden so in Eins-gegen-Eins-Situationen gebracht. Mit Tempo können sie dann eigenständig den Strafraum attackieren und Abschlüsse suchen oder die nachrückenden Spieler im Strafraum in Szene setzen. Auch im eigenen Ballbesitz soll das Spiel mehr in die Länge und Breite gezogen werden, um Dynamik zu kreieren.
