Schweitzer antwortete in der Sendung auf die Frage, ob das Vorgehen bei der Landesbeamtin falsch sei: „Nein, überhaupt nicht.“ Das Beamtenrecht räume solche Möglichkeiten ein. Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU habe einen Mitarbeiter im Kanzleramt, der davor – ebenfalls beurlaubt – Mitarbeiter in der Parteizentrale der CDU gewesen sei.
Das Vorgehen sei in dem einen wie in dem anderen Fall nicht angreifbar, „weil es eine saubere Trennung ist zwischen Staat und einer politischen Partei“, betonte Schweitzer.
Kein Problem hatte Schweitzer damit, dass sein Kontrahent mehr Redezeit hatte als er. „Das passt schon“, kommentierte er. Während der Ministerpräsident sprach, schaute Schweitzer häufiger zu ihm herüber. Umgekehrt war das weniger der Fall, Schnieders Blick war meist konzentriert nach vorn gerichtet.
Dass die beiden Politiker eine wahrscheinliche Zusammenarbeit nach der Landtagswahl am 22. März – mit wem als Senior- und Juniorpartner auch immer – im Blick haben, zeigte sich beim gemeinsamen Fotoshooting vor dem Duell: Lächeln, ein direkter Blick und ein fester Händedruck. Auch nach dem einstündigen Schlagabtausch vor der Kamera drückten sich die zwei, die per Du sind, einander ohne Groll die Hand.
Während des Duells deutete sich an der ein oder anderen Stelle an, dass beide Seiten nach der Wahl zueinanderfinden könnten. Am System der umstrittenen Straßenausbaubeiträge, mit denen Anwohner auf kommunaler Ebene finanziell an Ausbau oder Sanierung von Straßen beteiligt werden, will Schweitzer nichts ändern. Schnieder möchte sie abschaffen, sagte aber auch: „Ein guter Demokrat muss über alle Dinge sprechen können.“
„Die Unterschiede waren erkennbar, aber nicht unüberbrückbar“, urteilte nach der Sendung der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun. Schnieder habe sich angriffslustiger gezeigt und die Chance genutzt, seine Bekanntheit bei den Wählerinnen und Wählern in Rheinland-Pfalz auszubauen.
In der Sendung präsentierten sich die Politiker, die beide im dunklen Anzug mit weißem Hemd und Schlips vor die Kamera traten, gleich zu Beginn als bodenständige Typen. Der eine, Schweitzer, erinnerte daran, dass er Sohn eines Binnenschiffers sei. Es sei nicht selbstverständlich, dass er nun am Pult in dem Duell stehe. Sein Gegenüber Schnieder erzählte von seiner Vergangenheit als Ortsbürgermeister in der Vulkaneifel – „da gilt noch der Handschlag“, so Schnieder.
Schnieder sagte zum Schluss: „Ich möchte jeden Tag hart für dieses Land arbeiten und ich kann zusagen: Sie können sich auf mich verlassen.“ Schweitzer betonte: „Wir haben den Wahlkampf ordentlich miteinander hinbekommen. Ich wünsche mir, dass es auch so bleibt, weil es sich gehört.“ Und dann ergänzte er: „Aber ich will Ihnen auch sagen, es geht auch am Ende darum, wer führt die Landesregierung.“
