Mögliche Steuerentlastungen
Lohnt es sich, Sprit zu bunkern?
13.04.2026 – 14:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Die geplante Steuersenkung könnte Autofahrer durch niedrigere Spritpreise entlasten. Doch lohnt es sich, jetzt Benzin oder Diesel auf Vorrat zu kaufen?
Wenn es nach der Bundesregierung geht, könnten die Preise für Benzin und Diesel bald etwas sinken. Die Energiesteuer soll für zwei Monate um rund 17 Cent brutto pro Liter reduziert werden. Laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll das Autofahrer und Betriebe schnell entlasten. Die Erwartung: Die Mineralölbranche gibt die Senkung weiter.
Damit rückt eine Frage in den Fokus: Lohnt es sich, günstigen Sprit auf Vorrat zu kaufen?
Grundsätzlich dürfen Privatpersonen Kraftstoff lagern – allerdings nur in begrenzten Mengen. Für Benzin liegt die Grenze in den meisten Fällen bei 20 Litern, für Diesel bei bis zu 200 Litern. Der Unterschied hat technische Gründe: Diesel ist schwerer entflammbar als Benzin. Deshalb gelten hier weniger strenge Mengenbeschränkungen.
Kraftstoffe dürfen nur in speziell zugelassenen Reservekraftstoff-Kanistern gelagert werden. Diese müssen luftdicht, bruchsicher und entsprechend gekennzeichnet sein. Erkennbar sind sie an ihrer RKK-Zulassung und einem Flammensymbol. Wichtig ist, dass die Kanister den DIN-Normen entsprechen: Für Kunststoffkanister gilt die DIN 16904, für Metallkanister die DIN 7274. Kunststoffkanister sollten außerdem alle fünf Jahre erneuert werden, da sie mit der Zeit spröde werden können. Eine auf dem Kanister eingeprägte Nummer gibt Auskunft über das Alter.
Andere Behälter sind ungeeignet – weil sie häufig nicht dicht genug schließen oder den Kraftstoff angreifen können.
Selbst bei Einhaltung der Vorschriften bleibt die Lagerung nicht ohne Risiko. „Das private Einlagern von Benzin oder Diesel ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch empfehlenswert“, sagt Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen. Ein Problem sind austretende Dämpfe. „Bei falscher Handhabung können giftige Dämpfe austreten oder gar ein explosives Luftgemisch entstehen“, warnt der Experte. Zudem untersagen viele Vermieter die Lagerung aus Brandschutzgründen.
Auch finanziell ist das Bunkern wenig attraktiv. Die maximal erlaubten 20 Liter Benzin entsprechen selbst bei kleineren Fahrzeugen oft nur etwa einer halben Tankfüllung. Der mögliche Preisvorteil bleibt entsprechend gering.
Wer größere Mengen Diesel einlagert, geht zudem eine Wette auf die Preisentwicklung ein. Ob die Preise nach dem Ende der Steuersenkung tatsächlich steigen, ist offen.










